Große Satellitenstadt

Neuperlach

 München, Stadtteil Neuperlach
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Blick auf den Münchner Stadtteil Neuperlach

Der Münchner Stadtteil Neuperlach gehört zum Stadtbezirk 16 Ramersdorf-Perlach und beherbergt rund 55.000 Einwohner in großen Wohnsiedlungen.

München – Neuperlach ist ein Stadtteil von München, der seit 1967 erbaut wurde und hauptsächlich aus Großwohnsiedlungen besteht. Es liegt östlich des alten Dorfes Perlach auf der ehemaligen Perlacher Haid. Der Bau der sogenannten Entlastungsstadt Neuperlach, die eine der größten deutschen Satellitenstädte ist, wurde in der Amtzeit von Hans-Jochen Vogel begonnen als in München große Wohnungsnot herrschte.

Das Dorf Perlach hat eine lange Geschichte und wird im Jahr 790 das erste Mal urkundlich erwähnt. Im 18. Jahrhundert entstanden in dem Bauerndorf Edelsitze für den Landadel und die Bewohnerzahl wuchs im Laufe der Zeit auf das Vierfache an. 1911 wurde der Grundstein für den Stadtteil Waldperlach gelegt und 1930 wurde Perlach nach München eingemeindet, bevor Neuperlach mit seinen riesigen Wohnsiedlungen für etwa 55.000 Menschen entstand und sich dort Gewerbe ansiedelte. Neuperlach ist mit Hochhäusern und Bürobauten städtisch geprägt, Altperlach hat im Kontrast dazu heute noch eher einen dörflichen Charakter. Neuperlach liegt im Stadtbezirk 16 Ramersdorf-Perlach, der mit den öffentlichen Verkehrsmitteln S7 und U5 erreichbar ist.

Entstehung von Neuperlach

Von den fünf Bauabschnitten Nord, Nordost, Ost, Zentrum und Süd wurden nach der Grundsteinlegung am 11. Mai 1967 Nord, Nordost und Ost zügig fertiggestellt. Für den Entwurf des Zentrums Neuperlach mit seinen kulturellen und sozialen Einrichtungen, Läden und Betrieben wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, der von dem Berliner Architekten Bernd Lauter gewonnen wurde, dessen Plan unter anderem einen achtseitigen Ring aus Wohnhäusern mit bis zu 18 Stockwerken und eine Verschränkung unterschiedlicher städtischer Funktionen wie sich kreuzenden Ladenpassagen, Bürgerhaus, einem Künstlerhof mit Ateliers, Kinozentrum, Konzertsälen und Kirchen innerhalb des Rings vorsah. Dieser Plan wurde allerdings im Laufe der Zeit so stark verändert, dass sich der Architekt Bernt Lauter von dem Projekt distanzierte. Es kam zu einer Trennung der unterschiedlichen Bereiche wie Wohnen, Arbeit, Kultur und Sport, da dies den Bau wirtschaftlicher machte. Die einzelnen Teilbereiche wurden nacheinander fertiggestellt, wobei die Geschäftsbauten als letztes folgten bzw. noch folgen. Der Beginn mit dem Bauabschnitt Süd verzögerte sich aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten bis 1980 und war 1991 weitgehend abgeschlossen.

Wirtschaft in Neuperlach

Die Unternehmen in Neuperlach stammen vor allem aus den Bereichen der High-Tech-Branche und des Versicherungswesens:

  • Hauptverwaltung der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd
  • Forschungs- und Entwicklungszentrum und IT der Siemens AG
  • Hauptverwaltung der Rechtsschutzversicherung D.A.S.
  • Deutsche Hauptverwaltung der Generali Versicherung
  • Hauptverwaltung der Die Bayerische, frühere Bayerische Beamten Versicherungen/BBV
  • Hauptverwaltung der Privatkrankenversicherungssparte der Allianz SE
  • Zentrale der AOK Bayern
  • Hauptverwaltung der BSH Hausgeräte
  • Hauptverwaltung der Wacker Chemie

In Neuperlach herrscht vor allem unter Jugendlichen eine hohe Arbeitslosigkeit. Es gibt einen hohen Anteil an Einwohnern mit Migrationshintergrund.

Perlach Plaza

Am 29.04.2019 starteten die Bauarbeiten zum Perlach Plaza, das den neuen Mittelpunkt Neuperlachs gegenüber des Einkaufszentrums „pep“ darstellen soll. Ab 2022 soll das Perlach Plaza am Hanns-Seidel-Platz auf 30.000 Quadratmetern mit Einzelhandel, Gastronomie, Hotel, Studentenappartements und Mietwohnungen fertiggestellt sein. Auch ein 5000 Quadratmeter großer Erholungspark gehört zum Perlach Plaza. Außerdem soll ein neuer Zugang zur U-Bahn mit unterirdischen Einkaufsmöglichkeiten realisiert werden.

Die Flächen haben großes Interesse bei Einzelhandel und Co. hervorgerufen: Schon vor Baubeginn waren über 60 Prozent vermietet. Darunter sind allgemein gut bekannte Mieter wie die Stadtsparkasse München, Lidl, FitStar und ein Hotel von ibis Styles.

Klinik Neuperlach mit Deutschlands größtem Darmkrebszentrum

Die München Klinik Neuperlach ist eine moderne Großklinik mit über 500 Betten. Hier werden in einer modernen Infrastruktur in dem frisch renovierten Krankenhaus jedes Jahr 59.000 Menschen behandelt. In der FOCUS-Klinik-Liste befindet sich die Klinik Neuperlach unter den Top10 der besten bayerischen Kliniken auf Platz 9 und liegt deutschlandweit auf Platz 51. Krebsmedizin stellt einen wichtigen Behandlungsbereich dar. In der München Klinik Neuperlach ist auch Deutschlands größtes Darmkrebszentrum. Frauenmedizin inklusive Schwangerschafts- und Geburtsbegleitung stellt unter anderem einen weiteren von vielen anderen Schwerpunkten dar. So wurden 2019 in der München Klinik mit 6129 Säuglingen deutschlandweit die meisten Babys auf die Welt gebracht. Weiterhin wurde der Rekord von fünfmal Drillingen vermeldet.  

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