Never ever? Die Kunst-Debatte um "Never ever"

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So sah die Baskettballkorb-Installation 2010 in Linz aus.

München - Das für die TU-Mensa geplante Kunstprojekt mit dem Basketballkorb sorgte im Kulturausschuss für Diskussionen. Soll die Stadt dafür wirklich 30.000 bezahlen? Mancher ist dafür, mancher dagegen ...

Über nichts lässt sich so vortrefflich streiten wie über Kunst. Wie originell und innovativ muss sie sein? Und was darf sie kosten, wenn sie im öffentlichen Raum stattfindet, vom Steuerzahler finanziert wird?

 Das Kunstprojekt des Münchners Benjamin Bergmann "Never Ever", das 2012 am Dach der TU-Mensa oder dem des Leibniz Rechenzenrums angebracht werden soll (tz berichtete), sorgte am Donnerstag für eine Grundsatzdebatte im Kulturausschuss. Der Basketballkorb soll mit bis zu 30 000 Euro vom Kulturreferat finanziert werden.

Wird der TU-Mensa ein Basketball-Korb aufgesetzt? "Never ever" soll das Projekt heißen. "Niemals" - sagen die Gegner des Kunstwerks.

Bergmann erklärt sein Kunstprojekt so: „Die scheinbare Unmöglichkeit der Bespielung von "Never Ever" verweist auf ein nicht ausschöpfbares Potenzial, ein metaphorisches Experiment mit hochgestecktem Ziel, bei dem das Scheitern zwangsläufig wahrscheinlicher ist als der Erfolg. Die auf diese Weise verdeutlichte Absurdität provoziert Sinnfragen des Betrachters bzw. Passanten und bezieht diese, wie auch die hinter der Fassade verborgene Institution, direkt in seine Aussage mit ein.“

Ein Spaziergang durch die Maxvorstadt

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Der CSU-Stadträtin Ursula Sabathil reichen diese Erklärungen nicht aus, zumal Bergmann schon voriges Jahr in Linz einen Baskeballkorb an einer Fabrikfassade befestigt hatte. „Nicht alle Kunst muss allen gefallen“, so Sabathil. „Sie muss aber qualitativ hochwertig sein, wenn sie der Steuerzahler zahlen soll.“

Da der Korb schon in Linz hing, fehle, fehle die Originalität. Für die Rathaus-SPD spielt das Kostenargument keine Rolle. Stadträtin Monika Renner: „Der öffentliche Raum wird erfahrbarer, lebhafter und attraktiver, für Einheimische, Touristen, Kunstschaffende und -interessierte.“

Johannes Welte

Der Walking Man kostete die Stadt keinen Cent

Seit 1995 steht an der Leopoldstraße der 17 Meter hohe und 16 Tonnen schwere „Walking Man“ aus kunststoffummantelten Stahl. Der US-Künstler Jonathan Borofsky hat die weiße Skulptur entworfen. Sie kostete dem Steuerzahler nichts, weil sie von der Münchner Rück bezahlt wurde, vor deren Haupteingang der Walking Man steht. Die Skulptur ist ein nicht nur bei Touristen beliebtes Fotomotiv.

Ude spottete über die Kunst am Effnerplatz

Politikum Kunst: Die Rathaus-SPD feiert das Programm „Kunst im öffentlichen Raum“, das mit Steuergeldern gefördert wird. Die von Rita McBride entworfene 52 Meter Kunstfaser-Skulptur „Mae West“, eine Hommage an die 1980 verstorbene US-Filmdiva, wollte die SPD hingegen nicht haben. OB Christian Ude spottete über einen „Design-Eierbecher“. Die SPD wurde aber überstimmt.

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