1. tz
  2. München
  3. Stadt

Gewalt-Eskalation in Ismaning: Mann wird brutal verprügelt – weil er einem Mädchen half

Erstellt:

Von: Nadja Hoffmann

Kommentare

Hier kam es zur Gewalt-Eskalation: der S-Bahnhof in Ismaning.
Hier kam es zur Gewalt-Eskalation: der S-Bahnhof in Ismaning. © Stephan Rumpf/SZ-Photo

Mit schwersten Kopfverletzungen musste am Sonntag ein 41-Jähriger um sein Leben kämpfen. Der Mann wollte eine junge Frau in der S-Bahn beschützen und wurde daraufhin brutal zusammengeschlagen.

München – Er wollte einer jungen Frau mitten in der Nacht helfen – und hat seinen Mut fast mit dem Leben bezahlt! Jetzt liegt ein 41-jähriger Mann mit zertrümmertem Kopf im Krankenhaus. Sein Schicksal erinnert an die Geschichte von Dominik Brunner, der 2009 anderen Menschen in der S-Bahn beistand und deshalb Opfer einer Gewalt-Attacke wurde. Brunner überlebte den brutalen Angriff nicht. Im Fall des 41-Jährigen, der jetzt nieder geprügelt wurde, bittet die Polizei dringend um Zeugenhinweise.

Gewalt-Eskalation in Münchner S-Bahnhof: Brutale Attacke um drei Uhr nachts

Gesucht werden Personen, die in der Nacht auf Sonntag gegen drei Uhr mit der S8 vom Stachus in Richtung Flughafen unterwegs waren. So wie der 41-Jährige und die 19-Jährige, die er beschützen wollte. Die Frau aus Ismaning (Kreis München) wurde in der Bahn von zwei jungen Männern belästigt. Der 41-Jährige ging laut Polizei dazwischen, „da er meinte, dem Mädchen sei der Kontakt unangenehm gewesen“. Er trennte die Gruppe, daraufhin blieb es während der Fahrt ruhig. Solange, bis alle Beteiligten in Ismaning ausstiegen. Auch der 18-Jährige und 19-Jährige aus Ismaning, die nun sofort auf den Mann losgingen und ihn schlugen. „Auf dem Bahnsteig wurde der 41-Jährige unvermittelt heftig attackiert - woraufhin er zu Boden ging“, so die Polizei.

Die beiden ließen dann von ihrem Opfer ab - der Schwerstverletzte lag am Boden, die jungen Erwachsenen flüchteten. Am Sonntag wurden sie von der Polizei festgenommen und verhört, danach kamen die Schläger aber wieder auf freien Fuß. Ihr Opfer musste zu der Zeit gerade operiert werden. Der Mann erlitt unter anderem eine Schädelfraktur mit Blutungen im Kopf sowie einen Kieferbruch. Die Bundespolizei ermittelt nun zum Hintergrund – zum Beispiel auch zu der Frage, ob sich die Täter und die junge Ismaningerin kannten.

Neue TV-Dokumentation über Dominik Brunner

Dominik Brunner starb im September 2009.
Dominik Brunner starb im September 2009. © dpa

Völlig unbekannt war die Gruppe Jugendlichen, vor die sich Dominik Brunner im September 2009 schützend gestellt hat – als diese in der S-Bahn bedroht wurde. Das bezahlte er mit dem Leben: Brunner wurde am Bahnsteig in Solln von Markus S. (29) und zwei weiteren Tätern so hart attackiert, dass er nach 22 Schlägen und Tritten an Herzversagen starb. Kontrovers diskutiert wurde damals, dass der erste Schlag wohl von Brunner kam. Aufgearbeitet wird das alles in einer neuen TV-Dokumentation. „Die Narbe – tödliche Zivilcourage: Der Fall Brunner“ ist in der NDR-Mediakthek abrufbar: www.ndr.de.

Kontakt zur Polizei: Wer Hinweise geben kann, meldet sich bitte unter Telefon 089/51 55 50 11 11.

Unser München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Isar-Metropole. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare