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Ein „Wärmeberg“ nach dem anderen schiebt sich nach München: „Macht Angst und sprachlos“

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Von: Thomas Eldersch

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Das milde Wetter trieb bereits kurz nach dem Jahreswechsel erste Sportler in München in kurzen Hosen vor die Tür – dem Föhn sei Dank.
Das milde Wetter trieb bereits kurz nach dem Jahreswechsel erste Sportler in München in kurzen Hosen vor die Tür – dem Föhn sei Dank. © Peter Kneffel/dpa

Ein Wetterrekord jagt derzeit in Bayern den nächsten. Für Januar ist es viel zu warm. Und eine Besserung ist in nächster Zeit nicht in Sicht.

München – Es ist Mitte Januar und wir befinden uns mitten im Winter. Bei dem Blick aus dem Fenster kann man das allerdings kaum glauben. Und noch viel weniger, wenn man aufs Thermometer schaut. Das Jahr ist gerade einmal drei Tage alt und fängt schon an, einen Wetterrekord nach dem anderen zu brechen – jedoch nicht im positiven Sinn. Der Trend für die kommenden Tage spricht ebenfalls eine deutliche Sprache: Es bleibt viel zu warm!

Wetter in München: Unglaubliche Höchstwerte im Januar

In seiner jüngsten Wettervorhersage spricht Meteorologe Dominik Jung von einer mittleren Temperatur im Januar bislang von elf Grad. „Das sind satte elf Grad über dem Klimamittel. Das ist extrem, so warm ist in Deutschland seit 1881 noch nie ein Wetterjahr gestartet.“ Auch in Bayern purzeln die Rekorde geradezu. Auf dem Hohenpeißenberg (Landkreis Weilheim-Schongau), der immerhin 977 Meter über dem Meeresspiegel liegt, wurde am 2. Januar eine Temperatur von 18,1 Grad gemessen. Der wärmste Januartag seit 1879. Ähnliches Bild in Oberstdorf (Landkreis Oberallgäu). Eigentlich ein Mekka für Wintersportfreunde, aber mit 18 Grad gab es dort den wärmsten Tag seit 1910.

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Experte bleibt angesichts solcher Werte fast die Sprache weg. „Unglaubliche Höchstwerte für Anfang Januar. Da fallen seit Tagen reihenweise Temperaturrekorde. Das macht wirklich Angst und sprachlos.“ Und die Prognose für die kommenden Tage macht keine Hoffnung auf schnelle Besserung. „Ein Wärmeberg nach dem nächsten schiebt sich nach Deutschland.“ Nach vorläufigen Berechnungen könnte der Januar mit mehr als drei Grad wärmer werden, als das Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020, welches ohnehin schon sehr warm ausfiel. Die Folge: Bienen beginnen bereits auszufliegen. Erste Knospen an den Pflanzen treiben bereits aus.

Video: Warmes Winterwetter in Deutschland

Wetter in München: Trend geht in Richtung Regen und Sturm

Die Werte bleiben in der Landeshauptstadt München in den kommenden Tagen konstant im zweistelligen Bereich. Dazu wird es wechselhaft mit einem Sonne-Regen-Mix. Ähnlich sieht es laut Wetteronline.de auch im restlichen Bayern aus. Sonne und Regen geben sich die Klinke in die Hand. Die Temperaturen bewegen sich zwischen sieben und zwölf Grad. Dazu kann es immer wieder stürmisch werden. Der Deutsche Wetterdienst schreibt: „Dabei fast überall Windböen bis 60 km/h aus West bis Südwest, im Alpenvorland und im westlichen Franken verbreitet stürmische Böen bis 75 km/h. In den Kammlagen schwere Sturmböen bis 100 km/h, auf den höchsten Gipfeln der Alpen und des Bayerwaldes orkanartige Böen bis 120 km/h.“

Wer aufgrund der milden Temperaturen gehofft hat, bereits im Januar einen Ausflug in einen Biergarten in München machen zu können, den dürfte die Prognose für die kommende Woche nicht freuen. Die Werte gehen auf durchschnittlich sieben Grad runter und es regnet ununterbrochen. Von Montag bis Sonntag soll es nächste Woche nass werden. Ähnliches Wetter auch im restlichen Freistaat. Nur am äußersten Alpenrand kann ab und zu mal die Sonne rausschauen. (tel)

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