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Münchnerin will Solaranlage auf ihrem Dach installieren: Nach Abfuhr der Stadtwerke ist sie mächtig baff

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Von: Klaus Vick

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Die Münchner Stadtwerke lehnten Heidrun Hämmerles Wunsch nach einem Solardach ab
Die Münchner Stadtwerke lehnten Heidrun Hämmerles Wunsch nach einem Solardach ab. © Achim Schmidt

Im Zuge der Energiekrise beschäftigen sich viele Menschen mit Solarenergie. Eine Frau erlebte jedoch eine Photovoltaik-Enttäuschung - die Stadtwerke München machen keine gute Figur.

München - Heidrun Hämmerle hat es probiert. Bei den Stadtwerken (SWM). Weil sie als treue Kundin Vertrauen in den Energieversorger hatte. Doch ihr Wunsch, sich eine Solaranlage auf dem Dach ihres Hauses in Obermenzing installieren zu lassen, wurde von den SWM abschlägig beschieden. Man habe sich das Dach auf Google-Maps „genau angeschaut“, und die technische Überprüfung habe ergeben, dass die für Photovoltaik sinnvoll nutzbare Fläche sehr klein sei, ließen die SWM die Antragstellerin wissen. „Überdies finden wir derzeit leider keinen adäquaten Montagepartner.“

München und die Energiekrise: Hausgemachte Probleme beim Ausbau der Solarenergie?

Heidrun Hämmerle war baff. Diese – wenn auch in freundlichem Ton formulierte – Abfuhr hatte sie nicht erwartet. Zumal bei einem Nachbarn mit ziemlich baugleichem Haus vor längerer Zeit ein Solardach installiert wurde – und zwar von den Stadtwerken. Die 57-Jährige holte daraufhin Angebote von privaten Anbietern ein. Mit Erfolg. Noch im Oktober soll Hämmerle eine Anlage mit 20 Modulen und einer Leistung von 8,2 Kilowatt aufs Dach bekommen.

Nach Angaben des Anbieters sei auch die Teil-Verschattung, von den SWM ebenfalls als Ablehnungsgrund angeführt, kein Problem, weil Optimierer eingesetzt würden. Hämmerle wundert sich, „dass die Stadtwerke private Hausbesitzer derart entmutigen“. Vor allem in Zeiten, in denen das Motto lauten müsste: „Jede Kilowattstunde zählt.“

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Solarenergie in München: Stadtwerke als Treiber der Energiewende? Offenbar nicht

Mit dieser Kritik steht sie nicht alleine da. Auch der Stadtrat hatte sich parteiübergreifend unzufrieden mit dem Tempo des Solar-Ausbaus in München gezeigt. Die Bilanz sei ernüchternd. Dabei stellen sich die Stadtwerke gerne als Treiber der Energiewende dar. Bis 2025 will man so viel Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, wie ganz München verbraucht.

Problem: Bei Projekten an anderen Orten in Deutschland und Europa investiert der Konzern viel, in München sieht’s aber düster aus. Die ÖDP hat nun beantragt, dass die SWM ihre Ausbauziele für Solaranlagen bis 2025 verzehnfachen. Nach den aktuellen Plänen würden laut ÖDP nur weitere 1500 der 840.000 Münchner Haushalte mit Solarstrom versorgt werden.

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