Nichts ist unmöglich: Toyota fährt alleine los

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Die Bezirksstraße in Unterschleißheim: In der Parkbucht stand der Toyota. Dann rollte er plötzlich los, fuhr eine Kurve und prallte an den Verteilerkasten.

München - Lesen Sie hier die kuriose Geschichte, wie sich ein Auto von selbst in Bewegung gesetzt hat. Dazu gibt es die Münchner Blech-Bilanz des vergangenen Jahres.

Sie hat es gemacht wie immer: Ihren Toyota Aygo vorwärts in die Parklücke rangiert, das Automatikgetriebe auf R gestellt, Motor aus, Schlüssel raus. Dann schnell ins nächste Geschäft an der Bezirksstraße in Unterschleißheim.

Ein Stromverteiler stoppte die Geisterfahrt.

Was dann am Donnerstagnachmittag mit dem Auto der Frau passierte, untersucht jetzt die Polizei. Bislang haben die Beamten folgendes Szenario rekonstruiert: Der Flitzer macht sich plötzlich selbständig, er rollt rückwärts aus der Lücke. In diesem Augenblick fährt ein Radler vorbei. Der 66-Jährige kann nicht mehr ausweichen. Er prallt gegen das fahrerlose Auto, stürzt und verletzt sich leicht am Knie. Der Toyota rollt weiter und fährt eine 180-Grad-Kurve. Dann touchiert der Kleinwagen einen Opel und prallt schließlich gegen einen Stromkasten.

Die Zeugen, die die irre Geisterfahrt beobachtet haben, stehen vor einem Rätsel. Der Parkplatz ist zum Gehweg hin leicht abschüssig. Der Toyota hätte also eigentlich nach vorne fahren müssen. „Ein Auto kann ja ohne Antrieb nicht nach oben rollen, deshalb prüfen wir, was passiert ist“, sagt Polizeisprecher Damian Kania.

Der japanische Autohersteller Toyota hat mit einem Vertrauensverlust zu kämpfen. Der Konzern musste europaweit etwa 1,8 Millionen Modelle in die Werkstätten holen – wegen klemmender Gaspedale. In den USA wurden mehr als sieben Millionen Vehikel zurückgerufen. Zum mysteriösen Unfall in Unterschleißheim wollte sich Toyota gegenüber der tz nicht äußern.

Jacob Mell

Die Münchner Blech-Bilanz

47 220 Mal hat es in München im vergangenen Jahr gekracht! So dramatisch die Zahl der Verkehrsunfälle auch klingt, die Bilanz ist rückläufig. Und: Im Vergleich mit Berlin und Hamburg ist München bezogen auf die Unfallopfer die sicherste deutsche Großstadt!

Wie die Polizei mitteilt, kamen in München je 100 000 Einwohner statistisch gesehen 1,51 Menschen auf den Straßen ums Leben. In Berlin waren es 1,6, in Hamburg sogar 2,26 Tote. Unter dem Einfluss von Alkohol (-3,8%) und Drogen (-9,8%) passieren in München immer weniger Unfälle. Insgesamt kamen auf Münchens Straßen vergangenes Jahr 30 Menschen ums Leben, drei mehr als im Vorjahr. Acht Opfer waren Fußgänger, sechs davon waren älter als 65 Jahre. Sechs Radfahrer wurden getötet. Drei davon könnten nach Ansicht der Polizei noch leben, wenn sie einen Helm getragen hätten.

Bei jedem achten Unfall mit Personenschaden stellte die Polizei überhöhte Geschwindigkeit als Ursache fest. 13 Menschen starben deshalb und 82 wurden schwer verletzt. Apropos Raserei: Wegen der besonderen Gefahren im Richard-Strauss-Tunnel wurde dort der erste digitale Blitzer installiert. Der „Rekordhalter“ bringt es auf 146 Stundenkilometer!

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