Juristen im Einsatz für bedürftige Kinder

Nikolaus ist des Anwalts Liebling

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Raus aus den Anzügen und rein ins Nikolausgewand – gestern trafen sich zahlreiche Freiwillige zur Nikolausschulung. Am 6. Dezember wollen sie 250 bedürftige Kinder beschenken.

München - Freiwillige vor! Am Nikolaustag bekommen die Kinder die Leviten gelesen, doch häufig fehlt das Personal. So bereiten sich Juristen auf ihren Einsatz bei bedürftigen Kindern vor.

Morgen, Kinder, wird’s was geben! Damit am 6. Dezember die Säckchen gefüllt und einigen Kindern auch ordentlich die Leviten gelesen werden können, braucht es Freiwillige, die den Nikolaus-Job übernehmen. Zum Beispiel die Truppe um den Anwalt Dr. Jürgen Peters (Kanzlei PSP) und Jobcafe-Geschäftsführer Jens Wittenberg. Seit zwei Jahren beschenken ihre Nikoläuse kostenlos bedürftige Kinder in ganz München.

Am Donnerstagabend trafen sich knapp zwei Dutzend Anwälte, Steuerberater, Freunde und Geschäftspartner zur Kostümprobe und Nikolaus-Schulung. Chef-Nikolaus Peters erklärte den Neuen, wie’s geht: Denn wie es die Tradition verlangt, liest der Nikolaus aus seinem schlauen Buch, singt, musiziert und überreicht zu guter Letzt sein Nikolaussäckchen. Und das will schließlich gelernt sein. Am 6. Dezember heißt es dann wieder: Raus aus den Roben, rein in die roten Gewänder und auf in die zahlreichen Waisenhäuser und armen Familien. 250 bedürftige Kinder überraschen die Männer mit weißem Bart dieses Mal. Das sind 100 mehr als im vergangenen Jahr. Auch Peters’ Truppe hat sich fast verdoppelt. Die tz stellt vier Nikoläuse vor.

Initiator und alter Hase

Peters ist ein Urgestein im Nikolausbusiness. Vor vier Jahren hat der 70-Jährige sich zum ersten Mal den roten Mantel angezogen. Damals suchte das Jobcafe und Jens Wittenberg in einem tz-Aufruf verzweifelt nach Nikoläusen. Peters meldete, sich und spielt seitdem jedes Jahr den Nikolaus. „Das ist ein schönes Ereignis für die betroffenen Kinder. Aus heiterem Himmel wird ihnen ein Glanzlicht aufgesetzt.“

Der Erfahrene

Der ehemalige Schulleiter Reinhard Reithmeier (66) ist zum zweiten Mal in Peters’ Nikolaus-Crew. Vorher war er aber auch schon oft Nikolaus: „In manchen Familien muss das Ganze ohne Worte ablaufen, weil viele einfach kein Deutsch, Englisch oder Französisch sprechen. Da kommunizieren wir viel über Blicke und Gesten – eine ganz andere Erfahrung. Aber was zählt, sind die großen, leuchtenden Kinderaugen“, so Reithmeier.

Nikolausnachwuchs

Achim Engel ist mit 29 Jahren der Jüngste unter den Nikoläusen. Der Anwalt ist in diesem Jahr zum ersten Mal mit von der Partie. Engel: „Herr Peters hat mir von seinen Erlebnissen als Nikolaus erzählt. Das will ich jetzt auch ausprobieren.“ Das Treffen jetzt war der Startschuss für das Abenteuer Nikolaus. „Ich will Freude verbreiten. Und ich bin sehr gespannt, auf wen ich am 6. Dezember alles treffen werde“, so Engel.

Wiederholungstäter

Auch zum zweiten Mal mit dabei ist Anwalt Dr. Klaus D. Höfner. „Letztes Jahr wusste ich nicht, was auf mich zukommt. Aber das was mich erwartet hat, war so beeindruckend, dass ich gleich wieder mitmachen wollte!“, so der 60-Jährige. Und weiter: „Ich bin selten in sozial benachteiligten Familien. Daher ist es gut, so etwas mal live mitzuerleben und einen Einblick in diese andere Welt zu gewinnen.“

Katharina Gottwald

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