"Auto verstaubt"

Nina Eichinger wegen TÜV-Plakette vor Gericht

Nina Eichinger.

München - Die große Bühne ist sie gewöhnt: Als Moderatorin tritt Nina Eichinger (33) regelmäßig im Fernsehen auf. Vor Gericht allerdings noch nie – am Montag war ihr erstes Mal.

Sie musste sich wegen einer Ordnungswidrigkeit verantworten. Und gab zu: „Ich war sooo nervös.“

Dabei ging es bei der Verhandlung im Strafjustizzentrum nur um 60 Euro Bußgeld und einen Punkt in der Verkehrssünderkartei. Die kassierte Nina Eichinger, weil bei ihrem Mini die TÜV-Plakette abgelaufen war, sie das Auto aber trotzdem in Schwabing geparkt hatte.

Und das kam so: „Mein Mini stand anderthalb Jahre lang unbenutzt in einer unterirdischen Aufzugs-Garage. Es lag schon richtig Staub drauf“, erzählt die Moderatorin. Eine Nachbarin half ihr im Oktober 2014, das Auto nahe des Josephsplatzes herauszuschieben. „Leider war auch die Batterie kaputt. Ich rief einen Taxi-Fahrer, um den Mini kurzzuschließen, aber es funktionierte nicht.“

Kurz darauf ließ sich Eichinger vom ADAC abschleppen. „So konnte ich mein Auto wenigstens nach Hause bringen.“ Weil sie aber keinen Parkplatz fand, stellte sie den Wagen bei ihrer Nachbarin ab. „Da stand er dann über Nacht. Am nächsten Morgen kassierte ich gleich eine Anzeige von der Polizei“, sagt Eichinger.

Bitter: Die Moderatorin hatte schon am Vortag eine Auto-Werkstatt benachrichtigt, bekam aber nicht gleich einen Termin. „Da hat man einmal keine gültige Plakette und wird direkt erwischt“, ärgerte sie sich. Als sie Mitte Dezember 2014 den Bußgeld-Bescheid hielt, legte sie direkt Widerspruch ein. Deshalb musste Eichinger nun zum Amtsgericht-Termin erscheinen.

Dort setzte sich Verteidiger Joachim Schwarzenau erfolgreich für die Moderatorin ein. „Frau Eichinger musste das Auto ja aus der Garage holen, um in die Werkstatt zu gelangen“, sagte er. Richterin Bettina Dettenhofer sah es genauso – und stellte das Verfahren wegen geringer Schuld schon nach fünf Minuten ein. „Ich bin sehr erleichtert“, sagte Nina Eichinger und lachte. Nach Prozess­ende stieg sie wieder in ihren Mini, den sie direkt vor dem Gerichtsgebäude geparkt hatte. „Heute läuft er wieder: Die Batterie ist intakt und die TÜV-Plakette inzwischen natürlich aktuell.“ Sagte sie und sauste davon.

Andreas Thieme

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