Politiker auf Weltall-Mission!

Nockherberg 2015: Ein Blick hinter die Kulissen

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Ein Blick in die Requisitensammlung zum Singspiel 2015.
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Mit Spaß bei der Sache (v.l.): Wowo Habdank, Stefan Murr und Stephan Zinner.
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Auch die Musik muss passen im Singspiel: Gerd Baumann (r.) bei den Proben mit seinem Nockherberg-Ensemble.
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Zufrieden mit der Arbeit der Nockherberg-Crew: Regisseur Marcus H. Rosenmüller (l.) und Paulaner-Boss Andreas Steinfatt.
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Kleines Jubiläum: Luise Kinseher hält als Bavaria bereits ihre fünfte Fastenrede
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Gerhard Wittmann.

München - Galaktisch soll er werden, der Nockherberg 2015. Und dafür müssen die Schauspieler im Singspiel ganz schön schuften. Die tz zeigt Bilder von den Proben und verrät, auf was sich das Publikum und vor allem die derbleckten Politiker heute gefasst machen dürfen oder müssen.

Start der Starkbier-Mission ist heute mit der Fastenrede von Luise Kinseher als Bavaria.

Marcus H. Rosenmüller schickt im Anschluss die Politiker ins Weltall. „Die Bagage soll sich dort auf die Suche nach einer neuen Heimat machen“, verrät der Regisseur, der zusammen mit Autor Thomas Lienenlüke zum dritten Mal für das Singspiel verantwortlich ist. Nach dem erdigen Stück „Waldesruh“ und dem „Faust“ verlassen sie heuer irdisches Terrain. Jedenfalls soll das „Auf den Mond- oder Mars schießen“ der Politiker riesigen Spaß bereiten, heißt es aus dem Nockherberg-Umfeld. Man darf also gespannt sein, wer von den manchmal doch gewaltig abgehobenen Politikern wieder auf die Erde zurückkehren darf und in welcher Form.

Jedenfalls hat Rosenmüller die Zahl seiner Astronauten im Vergleich zu seinen vorhergegangenen Singspielen aufgestockt, wie der Blick aus das Personal-Tableau verdeutlicht:

Horst Seehofer - Christoph Zrenner

Markus Söder - Stephan Zinner

Ilse Aigner - Angela Ascher

Angela Merkel- Antonia von Romatowski

Sigmar Gabriel - Thomas Wenke

Ursula von der Leyen - Nikola Norgauer

Alexander Dobrindt - Stefan Murr

Dieter Reiter - Gerhard Wittmann

Anton Hofreiter - Wowo Habdank

Gregor Gysi - Reinhard Peer

Christine Haderthauer - amtsenthoben, ohne Rolle

Hubert Aiwanger - noch im Amt, spielt dennoch keine Rolle

Das bunte Spektrum aller Parteien – mit Ausnahme der FDP (die sind wohl sogar für den Nockherberg zu traurig) – ist also abgedeckt. Und weil im Singspiel sogar für den Linken-Frontkämpfer Gregor Gysi Platz ist, kommt der heute erstmals persönlich zum Anstich. „Ich habe ein dickes Fell“, sagte er zur tz, als er von seiner Berufung erfahren hatte.

Während Rosenmüller also neue Spähren erkundet, gibt es bei der Fastenrede Altbewährtes. Bereits zum fünften Mal steigt da Luise Kinseher als Bavaria auf die Bühne und schenkt den Politikern ein. Sie hatte die Rolle 2011 von Michael Lerchenberg übernommen, der letzte Bruder Barnabas (2008 bis 2010). Kinseher vollzog den Wandel vom Mönch zur ersten Frau in diesem Amt und regiert schon so lange wie keiner anderer seit dem unvergessenen Walter Sedlmayr (1982 bis 1990): Sie steht mit ihren fünf Auftritten nun auf einer Stufe mit Max Grießer (1992 bis 1996) und Gerd Fischer (1999 bis 2003) und vor Bruno Jonas (2004 bis 2006).

Im Vorjahr hatte Kinseher zudem noch einen Kurzauftritt im Singspiel. Diese Doppelbelastung bleibt ihr heuer erspart. „Einer muss ja auf dem Boden bleiben“, sagt sie mit einem verschmitzten Lachen.

Das Raumschiff Nockherberg ist also startklar.

Die „Udes“ sitzen im Publikum

Christian Ude ist nach seinem Ausscheiden aus dem Amt auch auf der Nockherberg-Bühne verschwunden – genauso sein Double Uli Bauer. Im Publikum sitzen sie am Mittwoch Abend allerdings beide. Der Alt-Oberbürgermeister und sein kabarettistisches Alter Ego sind als Ehrengäste beim Starkbier-Spektakel dabei. Von 1995 bis 2009 und ab 2013 brillierte Bauer in seiner Rolle. „Natürlich hätte ich ein bisschen gehofft, wenn der Alt-OB im Singspiel vielleicht nochmal dabei gewesen wäre“, betonte Bauer. „Aber Ude hat halt jetzt einen Nachfolger – sowohl im Rathaus als auch auf dem Nockherberg.“ Als „doppelter Ude“ sind die beiden jedoch mehr denn je als Kabarettduo unterwegs (nächster Termin: 15. März im Prinzregententheater). Doch Bauer hat sich künstlerisch auch von seinem Doppelgänger wieder ein Stück weit emanzipiert. Seit vergangenen Freitag ist er u.a. als Nachfolger von Christian Springer monatlich um 22.15 Uhr bei den „Komikern“ im BR zu sehen.

Strauß-Sohn wird zum Reiter

Gerhard Wittmann.

Gerhard Wittmann hatte bei Marcus H. Rosenmüllers Nockherberg-Premiere 2013 im Stück „Waldesruh“ einen überraschenden Kurzauftritt. Er gab den Sohn von Franz Josef Strauß in Gestalt eines Oberförsters. Der Abkömmling vom schwarzen CSU-Übervater im grünen Rock bekommt diesmal einen Part als roter Sozialdemokrat. Er doubelt den neuen Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Dieser kriegt zwar gleich in seinem ersten Amtsjahr einen Platz im Singspiel, eine tragende Rolle wie sein Vorgänger Bauer als Ude hat er freilich nicht. Seinen Status als (Kult)-Figur auf der Bühne muss man sich eben erst verdienen. Für Reiter und Wittmann heißt das Motto: Dabeisein ist alles – und nirgends gilt das mehr wie beim Spektakel auf dem Paulaner Berg. Uli Bauer erinnert sich noch gut an seine Premiere als Ude 1995: „Da hatte der in der Politik auch noch so wenig zu sagen, dass ich für die Rolle noch ein paar Sätze dazudichten musste“, lacht er.

Stefan Dorner

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