Details zum Starkbieranstich

Nockherberg: Singspiel im Zeichen des Faust

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Das Nockherberg-Team 2014 (v. li.): Paulaner-Chef Steinfatt, die Darsteller Zinner und Kinseher, Autor Lienenlüke, Regisseur Rosenmüller, Musiker Baumann und Darsteller Bauer.

München - Man hat ja einen Bildungsauftrag. Und der wird heuer auf dem Nockherberg großgeschrieben. Denn als Folie fürs diesjährige Singspiel dient, um Goethes Willen, der Faust!

Am 19. März wird wieder derbleckt – ab 19 Uhr live im BR. Wir zitieren aus Faust und würzen mit Einzelheiten zum Starkbierfest 2014.

„Allein der Vortrag macht des Redners Glück.“

Wie der Vortrag wird, wissen wir erst in einer Woche. Bei der Probe haben alle viel Gaudi, bestätigen sie. Die wilde Truppe will diesmal Goethes Faust auf die Bühne bringen. Theater im Theater also. Autor Thomas Lienenlüke: „Das funktioniert eher in Zitaten, wir nehmen uns einzelne Motive raus. Es geht ums Begehren und Begehrtwerden – also umgesetzt auf unser Anliegen: Wie viel will ich von mir geben, um das Handwerk der Politik zu lernen? Wie weit würde ich gehen, um charismatisch, redegewandt, beliebt zu werden?“ Die dies- und letztjährigen Wahlen sollten da genug Futter bieten.

„Das also war des Pudels Kern!“

Was beim Faust ein Zamperl ist, soll laut Lienenlüke im Singspiel deutlich animalischer werden: „Das wird fast ein ganzer Zoo“, sagt er.

„Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles. Ach wir Armen!“

Richtig, es geht um Uli Hoeneß. Der wird von Luise Kinseher in ihrer Bavaria-Rede schon rangenommen. Ob und wie stark er Einfluss im Singspiel hat, weiß man wohl selbst noch nicht so genau. Treffende Bemerkung Kinsehers: „Nachtreten wird wohl keinen Sinn haben.“

Nockherberg: Die besten Bilder der letzten 30 Jahre

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„Ein eigner Herd, ein braves Weib sind Gold und Perlen wert.“

Das brave Weib wird Luise Kinseher als Bavaria auch heuer garantiert nicht sein, logisch. Die „Polter-Politik“ der CSU wird gscheid derbleckt oder das ewige ­Thema Doktorarbeiten. Überhaupt ist die Alleinherrschaft der CSU rein kabarettistisch für die Niederbayerin ergiebiger – schließlich ist man das ja auch aus dem Land mit den weiß-blauen Farben nicht anders gewohnt.

„Der Menschheit ganzer Jammer fasst mich an!“

Ein bisserl so wird’s Ulrich Bauer gehen, wenn er sein großes Abschiedslied als OB Ude am Ende des Stücks singen darf. „Da muss ich aufpassen, dass mir das Herz nicht übergeht. Das Lied und der Text sind sehr emotional“, sagt das Ude-Double. Und: Gegen Ende darf er seine Emotionen so richtig rausschreien!

„Hier ist ein Saft, der eilig trunken macht.“

Der Paulaner-Salvator hat’s in sich. Die Stammwürze beträgt 18,3 Prozent und bringt es auf 7,9 Prozent Alkoholgehalt. Nochmals Goethe: „Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten …“

„O sprich mir nicht von jener bunten Menge, bei deren Anblick uns der Geist entflieht.“

Im Saal sitzen nur die aktiven Politiker. Mittlerweile Gegangene oder Gegangenwordene wie Ramsauer, Friedrich oder Schmid müssen leider draußen bleiben.

„Die Masse könnt ihr nur durch Masse zwingen, ein jeder sucht sich endlich selbst was aus.“

Fast alle Bühnenmusik ist neukomponiert und wird von sechs Musikern gespielt und gesungen. Respekt! Darunter gibt’s Gitarre, Tuba, Cello, Geige, Trompete, Bass, Schlagzeug, Akkordeon. Noten-Chef Gerd Baumann: „Der Sound wird spätromantisch-kammermusikalisch sein, aber mit Weill-Einflüssen. Eine Art Zirkusmusik.“

M. Bieber

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Wer auf der Bühne alles mitspielt

Ei­gschenkt wird: Luise Kinseher und Marcus H. Rosenmüller

Marcus H. Rosenmüller (Regie) und Autor Thomas Lienenlüke können mit folgenden Schauspielern im Singspiel arbeiten: Christoph Zrenner wird nach einer Pause (tz berichtete) wieder Horst Seehofer mimen, Stephan Zinner altbewährt Markus Söder. Uli Bauer ist letztmals OB Ude, Stefan Murr (einst Guttenberg und Aiwanger) schlüpft diesmal in die Rolle von Florian Pronold. Angela Ascher spielt Ilse Aigner. Luise Kinseher wird auch im Singspiel als Bavaria auftreten. Weiterhin dabei nach tz-Informationen: Antonia von Romatowski als Angela Merkel.

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