Stimmen zur Rede und zum Singspiel

Nockherberg: Das sagen die Politiker

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Horst Seehofer (l.) und Dieter Reiter im Publikum.

München - Wie fanden Politiker die Rede und das Singspiel am Mittwoch auf dem Nockherberg? Wir haben die Stimmen gesammelt.

Stimmen zur Rede

Bavaria war amüsant und gerecht. Die Hommage an Christian Ude war absolut angemessen. Wenn ich mal so behandelt werd, kann man sehr zufrieden sein.

Horst Seehofer (CSU), bayerischer Ministerpräsident

Ich bin begeistert. Luise Kinseher wächst immer mehr in die Rolle der überlegenen Mutter Bavaria hinein und wird schauspielerisch immer stärker.

Christian Ude (SPD), Münchner Oberbürgermeister

A bisserl Blödsinn und Verarsche gehört dazu. Im Kabarett ist es in Ordnung, wenn über meine Haare gewitzelt wird. Bei einer seriösen Zeitung frag ich mich aber: Habt’s ihr nix Besseres zum Schreiben?

Anton Hofreiter, Grünen-Fraktionsvorsitzender

Die Mama Bavaria war dieses Jahr sehr, sehr, sehr lieb. Sie wollte wohl Horsti nicht so fertig machen, gerade nach dem vergangenen Sonntag. Aber die Grünen als Resterampe – da wird sie noch ein bisserl dazulernen.

Claudia Roth, ­Grünen-Flaggschiff

Dass ich nicht in der Rede erwähnt wurde, kann ich verschmerzen. Es ging ja um Charakterschwäche, und die war vor allem auf die CSU gemünzt, die SPD kam so gut wie nicht vor.

Florian Pronold, Landesvorsitzender der Bayern-SPD

Ich werde lieber gefürchtet als geliebt, daher trifft es den Spruch, dass ich im Vorhof zur Hölle bin, ganz gut.

Christine Haderthauer (CSU), Staatskanzlei-Chefin

Dass sie uns als farblos und langweilig hinstellt, habe ich wegen der Abschiedsvorstellung von Christian Ude fast schon erwartet. Ansonsten war die Bavaria schon gerecht.

CSU-Oberbürgermeisterkandidat Josef Schmid

Die Leute verwechseln mich ja oft mit Paulaner-Chef Andreas Steinfatt. Jetzt bringt die Bavaria sogar Brad Pitt ins Spiel. Damit kann ich sehr gut leben. Dafür, dass wir zum ersten Mal in einer Salvator-Rede erwähnt wurden, sind wir, glaube ich, ganz gut weggekommen. SPD-Oberbürgermeisterkandidat

Dieter Reiter

Stimmen zum Spiel

Jubel, heftiger Beifall und Bravorufe nach dem Singspiel. Das zündete, das kam an. Ministerpräsident Horst Seehofer fand’s „stark und schauspielerisch überragend“. Und war hörbar überrascht, dass die Inszenierung wie „mitten aus dem richtigen Politikerleben“ geriet. Er hat sich „in jeder Rolle“ gut gefallen: „Aber meine Seele hab ich noch, die würd ich nie verkaufen, auch wenn’s mir dauernd unterstellt wird.“

Christian Ude war begeistert: „Das war ein Feuerwerk der Reflexionen und Imitationen. Ich habe gehört, dass es gut werden soll, das war ganz, ganz großes Theater“. Der Noch-OB betont immer wieder, dass er vieles an der Politik nicht vermissen werde. Ausnahmen: „Den letzten Wiesn-Abend in der Bräurosl und den Nockherberg.“

Markus Söder, der ewige Thronfolger und derzeitiger Superminister, bekam wieder in aller Ausführlichkeit sein Fett weg – und nahm’s wie immer zumindest äußerlich gelassen. „Das war ein tolles Stück. Horst Seehofer war als Gretchen sehr glaubwürdig, fast noch schöner als in echt“, grinst er. Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen.“ Und dass er auf der Bühne zaubern konnte und durfte? „Das passt. Zaubern ist auch die Kunst im bayerischen Kabinett.“

Und Debütant Florian Pronold (SPD) meint: „Ich habe als Schüchterner begonnen und furios geendet, das ist das Wichtigste. Ich würde am liebsten Kabarett machen, aber das kann man sich in der Politik nicht leisten.“

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