Hier spricht der „alte“ Seehofer

Nockherberg: Krebs schaut's im TV an

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Das war einmal: Wolfgang Krebs (l.) spielte viermal Horst Seehofer auf dem Nockherberg. Jetzt ist er zurückgetreten.

München - Kurz nach Erhalt des Drehbuchs ist Wolfgang Krebs (47) von seiner Rolle als Horst Seehofer zurückgetreten und hat auf dem Nockherberg mächtig Staub aufgewirbelt.

Im Rahmen eines tz-Termins für seine neue BR-Sendung "Habe die Ehre" (Freitag, 22.30 Uhr), sprach er erstmals ausführlich über seine Gründe.

Herr Krebs, schauen Sie sich den Nockherberg im Fernsehen an?

Krebs: Selbstverständlich. An dem Abend hab ich ja frei (lacht)! Ich möchte mit Freunden und meiner Familie zusammen bei mir zuhause einen Beamer hinstellen und ihn anschauen – von Anfang bis zum Schluss.

Wie wird es heuer?

Krebs: Ich gehe fest davon aus, dass es sehr schön wird. Es ist ein Glück gewesen, dass Christoph Zrenner Zeit hatte, für mich einzuspringen. Ich bin auch der festen Überzeugung, dass mit ihm einer gefunden ist, der Seehofer 100-prozentig kann. Und meine Meinung über Marcus Rosenmüller hat sich nicht geändert: Ich finde, das ist ein großartiger Regisseur. Ich hab’ gern mit ihm zusammengearbeitet.

Dennoch haben Sie ihm abgesagt! Wie lief es genau ab?

Krebs: Ich habe das Buch bekommen am 18. Februar in der Nacht. Ich hab’s gleich gelesen, hab’s am Mitttwoch, 19. Februar, noch einmal gelesen und bei Paulaner abgesagt. Daraufhin hat mich Marcus gleich angerufen. Ich hab’ mir gesagt: Wenn ich jetzt absage, muss ich gscheid absagen. Sonst verlieren doch alle nur Zeit. Ich hatte ja auch noch keinen Vertrag. Das wird ja alles sehr kurzfristig gemacht.

Wieso wollten Sie nicht mitmachen?

Krebs: Ich bitte einfach um Verständnis: Wenn ein Schauspieler ein Buch bekommt und sagt: „Das ist ned mei Seehofer, das kann ich nicht spielen“, dann kann ich nicht erwarten, dass das ganze Buch umgeschrieben wird.

Von Paulaner hieß es direkt nach Ihrer Absage, Sie hätten per Facebook quasi „Schluss gemacht“! 

Krebs: Wenn die Meldekette innerhalb Paulaner nicht funktioniert, kann ich nichts dafür. Ich hatte schon den Eindruck, dass ich das klar kommuniziert habe, auch mit dem Marcus Rosenmüller.

Was haben Sie eigentlich zu ihm gesagt?

Krebs: Rosi, das ist das Härteste und das Schwierigste, was ich in meinem Leben bisher sagen musste. Aber es tut mir leid, ich kann da nicht mitspielen. Ich mag dich und ich schätze dich sehr: Aber diese Rolle ist nichts für mich.

"Ich möchte lesen: Der Zrenner war besser als der Krebs"

Warum denn nicht?

Krebs: Dazu möchte ich mich nicht äußern. Der Zuschauer soll es sich anschauen und sich selbst eine Meinung bilden.

Es wurde ja sogar spekuliert: Der Krebs hat abgesagt, weil er es schauspielerisch nicht drauf hat!

Krebs: Ja, das war echt eine Gemeinheit. Ich weiß nicht, wer das in Umlauf gebracht hat.

Mit ihrer Absage haben Sie ja einigen Wirbel ausgelöst!

Krebs:  Ich war selber überrascht darüber. Ich hätte nie gedacht, dass ich so wichtig bin, ganz ehrlich. Es tut mir wahnsinnig leid, dass es diese Irritationen gab. Ich finde es schade. Ich drück’ echt voll die Daumen, denn ich bin nach wie vor ein Nockherberg-Fan.

Kann es eine Rückkehr geben, irgendwann?

Christoph Zrenner kehrt nach einer langen Pause als Seehofer auf den Nockherberg zurück.

Krebs: Das weiß ich nicht. Aber wissen Sie: Ich habe mich, als ich das Buch gelesen habe, gefragt: „Ist es das, was ich will?“ Irgendwann kam ich in die Situation, dass ich einfach zu viel Arbeit hatte. Denn man muss auch sehen: Den Nockherberg zu machen, ist ein Höllenritt. Ich habe jetzt zur Starkbierzeit fast jeden Abend einen oder zwei Auftritte. Da muss man sich ganz genau überlegen, ob man sich das auch körperlich und gesundheitlich antun will. Ich möchte den Job ja in ein paar Jahren immer noch machen.

Das hätten Sie sich aber auch vorher überlegen können! 

Krebs: Klar, aber es muss doch möglich sein, dass man ein Drehbuch auch einmal absagt. Deswegen bewerte ich mit keinem Wort die Story. Ich glaube, dass die schon auch funktioniert.

Wie wird denn Christoph Zrenner den Seehofer spielen?

Krebs: Der Zrenner ist ein super Typ. Der wird den Seehofer a bisserl anders machen, das ist sein gutes Recht, aber der wird ein guter Seehofer sein. Ich hoffe wirklich, dass die Presse nicht nachher schreibt: „Der Krebs ist doch eigentlich das Original.“ Ich hoffe, dass die schreiben: „Siehgst amoi, so schlecht war der Zrenner gar ned.“ Oder andersrum: „Der war besser als der Krebs.“ Das würd’ ich am liebsten lesen, ehrlich gesagt.

Andrea Stinglwagner

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