“Bavaria“ trotzt Kritikern vor Starkbierprobe

Kinseher vor Nockherberg: „Ich brauche keine Gnade der CSU“

Die Spannung und Vorfreude auf den Nockherberg 2017 steigt, am Mittwoch ist es soweit. Vor dem Starkbieranstich zeigt sich Luise Kinseher alias „Bavaria“ trotzig.

Update vom 8. März 2017: Welche Witze zünden? Welche nicht? Wie ist die Fastenpredigt? Und wie das Singspiel. Wir bieten auch zum Nockherberg 2017 einen Live-Ticker. Hier verpassen Sie keinen wichtigen Moment.

München - Mama Bavaria, das war frauenfeindlich! So lautete der überzogene Vorwurf an Luise Kinseher nach ihrer Rede auf dem Nockherberg 2016. Schwamm drüber, könnte man meinen. Denn: Am kommenden Mittwoch geht’s von Neuem los. Am Freitag wollten Kinseher und das Team um Regisseur Markus H. Rosenmüller erste Details verraten (Text unten). Doch die Sache hing noch immer in der Luft. Zwei CSU-Politikerinnen haben kürzlich angekündigt, den Nockherberg zu boykottieren. Und auch Luise Kinseher ließ das Thema am Freitag nicht los.

Als Veranstalter Andreas Steinfatt noch die Gäste zu Pressekonferenz begrüßt, kommt von Kinseher schon die erste Spitze: „Und so viele Frauen hier, schön!“ Es blieb nicht die einzige.

Auch nach der Pressekonferenz merkt man, dass Kinseher das Thema wurmt. Wenn das alte Sprichwort stimmt, dann muss Luise Kinseher alias Mama Bavaria viel einstecken können. Sie teilt nämlich gern aus. Aber frauenfeindlich? „Iiiich?“ Kinseher reißt die Augen auf, breitet ihre Arme aus und geht vor Lachen in die Knie. Es klingt nicht unbedingt fröhlich. Nachgedacht habe sie, das schon, ja. „Aber ich hab es nicht verstanden, bis heute nicht.“ Mit Frau Stamm habe sie da nie persönlich gesprochen …

„Kritik muss ich akzeptieren, klar, aber nicht verstehen! Ich tu’s bis heut nicht. Dreinreden lass ich mir sicher nicht!“

Einschüchtern will sich Kinseher nicht lassen, oft hat sie betont: „Ich brauche keine Gnade der CSU.“ Auch heuer habe sie nicht den Eindruck, dass sie etwas anders machen müsste. „Wenn die Politiker sagen, ich war zu hart, habe ich alles richtig gemacht!“ Und da klingt die Mama Bavaria wieder kampfes­lustig.

„Ich mache das so, wie ich mir das denke, und ich stehe da voll dahinter!“ Sie sei dankbar, dass ihr Singspiel-Autor Thomas Lienenlüke beim Redenschreiben helfe. „Es ist eigentlich Wahnsinn, wenn man das alleine machen muss!“ Außerdem sei sie ja sonst auch Solo-Kabarettistin. „Und damit immer Einzelkämpferin!“

Selbstverständlich habe sie noch Lust und Feuer. „Ich mach mein Ding – und fertig!“ Ohnehin gehe es nur um die Pointe, die Menschen müssten lachen, das sei wichtig.

„Obwohl“, sagt Kinseher. „Ich werd’ aufhören.“ Wie bitte? „Also irgendwann“, sagt sie und lacht. Und bis dahin mache sie einfach den Seehofer. „Andauernd versprechen, dass ich aufhöre, und dann sagen: na ja.“

„Scheining“ auf der Bühne

Im Horrorfilm „Shining“ (1980) von Stanley Kubrick hat Jack Nicholson (re.) zwei Gesichter: erst lieber Familienvater, dann blutrünstiger Psychopath. Schauplatz ist ein Hotel. Auch bei Marcus H. Rosenmüller (ganz rechts) geht es im Singspiel heuer um Schein und Wirklichkeit – und um ein Hotel, genauer: die Lobby eines Hotels. Titel: „Scheining“. Hier wollen Rosenmüller und sein Team (Autor Thomas Lienenlüke, 2. v. l.; Musiker Gerd Baumann 2. v. rechts) ihre Seehofers, Söders und Schulzes auftreten lassen. Wahrheit, Lüge, Fake-News, alternative Fakten – da sind die Themen des Singspiels. Rosenmüller: „Wie kann es sein, dass jemand öffentlich etwas sagt, dass offensichtlich eine Lüge ist – und den Leuten ist das total wurscht?“ Überthema Trump also, auf der Bühne sei der US-Präsident bisher noch nicht eingeplant, sagt Rosenmüller. Aber jucken würd’s ihn schon …

Tobias Scharnagl

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Kommentare