heuer mit noch mehr Zuschauern

Nockherberg: Prost auf die Traumquote!

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Die Ilse-­Aigner Nummer im Singspiel.

München - Das ist ein Gipfel­erlebnis für die Mannschaft vom Nockherberg: 9,8 Prozent der deutschen Fernsehzuschauer – also jeder Zehnte – sahen am Mittwochabend die Übertragung vom Salvator-Anstich. Rekord!

Innerhalb Bayerns war’s noch beeindruckender. Da verbuchte das Bayerische Fernsehen einen Marktanteil von 43,1 Prozent – mehr als etwa die gleichzeitige Fußball-Champions-League. Andreas Bönte, kommissarischer BR-Fernsehdirektor, sprach von einem Polit-Satire-Abend auf höchstem Niveau: „Zurecht haben die Zuschauer aller Altersgruppen das Spektakel wieder mit einer hervorragenden Quote honoriert.“

Paulaner-Chef Andreas Steinfatt schwärmt: „Luise Kinseher sowie das Team um Marcus H. Rosenmüller und Thomas Lienenlüke haben Großes geleistet. Ich hoffe sehr, dass wir im kommenden Jahr genau in dieser Besetzung weitermachen. Alle haben wieder genau den richtigen Ton getroffen.“

Ein Blick in Seehofers Hirn: Das Nockherberg-Singspiel in Bildern

Er bastelt sich sein Bayern: Horst Seehofer in seinem Keller - mit ungebetenem Besuch von Angela Merkel. © Klaus Haag
Von wegen Gastfreundschaft: Angela Merkel platzt die Hose. © Klaus Haag
Schluckt den Köder vom Söder. © Klaus Haag
Dreiviertelblut begleiten das Singspiel musikalisch. © Klaus Haag
Comeback geglückt - zumindest beim Singspiel: Karl-Theodor zu Guttenberg und sein großer Auftritt. © Klaus Haag
Alle zerren an Angie: Merkel singt "Da da da"... © Klaus Haag
...und meint trotzig: Ihr liebt mich nicht, ich lieb Euch schon! © Klaus Haag
Damit endet die Kanzlerin in der Zwangsjacke. © Klaus Haag
Da weiß der Kopf nicht, wo die Beine hingehen: Anton Hofreiter halbiert. © Klaus Haag
Ist in Seehofers Kopf in Vergessenheit geraten: Ilse Aigner (mit Eshofer). © Klaus Haag
"Ihr habt die Ilse vergessen"... © Klaus Haag
...aber das hindert die Ilse nicht daran, zum Nina-Hagen-Hit zu tanzen. © Klaus Haag
Dieter Reiter hat ein Geschenk für Seehofers Bayern... © Klaus Haag
...ein Heim für Asylbewerber. Herrmann und Söder sind natürlich dagegen. © Klaus Haag
Gefangen in Seehofers Kopf: Dieter Reiter kam durch einen Sessel ins Hirn des Landesvaters. © Klaus Haag
Der "Gutmenschen"-Chor, angeführt von Angela Merkel. © Klaus Haag
"Wir wohnen hier" - und Dieter Reiter ist nur zu Besuch im Kopf von Horst Seehofer. © Klaus Haag
Beantragt Asyl bei der CSU: Sigmar Gabriel. © Klaus Haag
Was ist da in Deinem Kopf, Chef? Söder und Gabriel schauen nach. © Klaus Haag
Flucht ins Hirn: Als die Flut kommt, steigen alle in Seehofers Oberstübchen, obwohl dort - Zitat Ratio - bereits die Obergrenze erreicht ist. © Klaus Haag
Das Hirn ist voll! © Klaus Haag
Auf ein gelungenes Singspiel: von links Markus Söder, sein Double Stephan Zinner, Überichhofer Paul Kaiser, Horst Seehofer, sein Double Christoph Zrenner und Eshofer Maxi Schafroth. © Klaus Haag
Der doppelte Horst und Antonia von Romatowski alias Angela Merkel. © Klaus Haag
ger Anfrage in der Redaktion
Dieter Reiter, sein Double Gerhard Wittmann, Anton Hofreiter und sein Double Wowo Habdank. © Klaus Haag

Und da sind wir schon beim Thema: Richtigere Töne kann man gar nicht treffen als Gerd Baumann und Sebastian Horn im Singspiel. Das ist atemberaubend stimmig und griffig, da sitzt jede Klang-Nuance, das ist eine ganz eigene Kunstform. Donnerstag erreichten wir Komponist Baumann (48) am Telefon und schwärmten dem Feiergeschädigten die Ohren voll. Wie er das noch toppen will im Jahr 2017 – er und seine Mitstreiter?

„Gute Frage, nächste Frage“, grinst Baumann. „Das läuft ja nicht planmäßig, sondern entsteht im Zusammenhang mit der Thematik. Ich steuere Lieder bei, die in die Handlung eingebaut sind. Also keine Nummernrevue, wo die Schauspieler auf- und abtreten und dazwischen irgendein Lied singen, sondern Songs und Texte mit dramaturgischer Fallhöhe.“

Wie hoch dann der Musik-Anteil ist? „Egal. Es geht darum, eine Geschichte zu erzählen.“

Am Schluss kombiniert Baumann die Europahymne – Beethovens Neunte als Utopie der Verbrüderung aller Menschen – mit Bla bla bla (nach Trio) und Vorsicht vor Gemütlichkeit. Das ist herrlich, das ist zynisch, das ist treffend. „Ich hatte Bedenken, ob sich das auch erschließt oder nur eine akustische Kakophonie ergibt“, so Baumann. „Aber ich glaube, dass die Botschaft spätestens am nächsten Tag ankommt.“ Apropos nächster Tag: Um 14 Uhr musste Donnerstag die Bühne schon wieder abgebaut sein. Es ist an der Zeit, dass das Stück länger läuft. Vielleicht an den Kammerspielen? Baumann fände es gut: „Ich hab da noch nie drüber nachgedacht, aber ich wäre der Letzte, der das nicht wollte.“ Wichtig ist nur, dass das Kreativteam beisammenbleibt. „In ein paar Wochen treffen wir uns, und dann geht es weiter“, sagt Baumann. Solange Rosenmüller, Lienenlüke und Baumann das Starkbier-Triumvirat bilden, dürften die Politiker weiter schäumen. Und wir dürfen staunen.

Quoten seit dem Jahr 2000 (in Mio. Zuschauer)

Jahr

Deutschland

Bayern

2000

2,47 (8,2 %)

1,78 (41,4 %)

2001

2,72 (8,7 %)

1,86 (34,3 %)

2002

2,51 (9,7 %)

1,89 (40,2 %)

2003

Absage wegen Irakkrieg

2004

2,82 (8,4 %)

1,93 (40,6 %)

2005

3,00 (8,8 %)

1,97 (39,3 %)

2006

2,90 (8,6 %)

1,89 (39,5 %)

2007

2,93 (8,8 %)

1,91 (39,5 %)

2008

2,63 (7,9 %)

1,57 (33,0 %)

2009*

2,00 (7,4 %)

1,40 (35,5 %)

2010

2,68 (8,8 %)

1,80 (38,5 %)

2011

2,36 (7,8 %)

1,60 (36,2 %)

2012

2,78 (9,2 %)

1,48 (41,1 %)

2013

2,45 (8,4 %)

1,63 (35,6 %)

2014

2,77 (9,2 %)

1,95 (40,8 %)

2015

2,80 (9,7 %)

2,05 (43,2 %)

2016

2,82 (9,8 %)

1,95 (43,1 %)

U. Heichele. M. Bieber

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