Nockherberg: So sexy wird das Singspiel

Stéphanie Berger, Ex-Miss Schweiz, spielt Stephanie zu Guttenberg

München - Der Nockherberg steht vor einer Revolution: Gespannt wartet die Fastengemeinde darauf, dass erstmals eine Frau die Politiker derbleckt. Auch eine ehemalige Miss Schweiz sorgt für einen Höhepunkt.

Mal abgesehen von Luise Kinsehers Premiere: Eigentlich hat sich die Zeitwende auf Münchens „heiligem Berg“ ja schon vergangene Starkbier-Saison abgezeichnet: Denn während die Predigt von Michael Lerchenberg nur bedingt die Lachmuskeln der Zuhörer stimulierte, entpuppte sich das Singspiel als neuer Haupt-Act, wie man neudeutsch sagen würde.

Auf jeden Fall hat Autor Alfons Biedermann eine „sehr moderne“ Inszenierung auf die Bühne gezaubert, wie ihm sein Auftraggeber, Paulaner-Boss Andreas Steinfatt, bescheinigte.

Dieser Trend soll sich heuer fortsetzen. Am Dienstag verrieten die Macher schon mal ein paar Details ihres bajuwarischen Kabarettabend am nächsten Mittwoch um 19 Uhr (live im BR).

Die tz beleuchtet Konzept & Köpfe – die Nockherberg-Vorschau:

Intrige und Liebe: „Die schillernde Figur des Karl-Theodor zu Guttenberg hat durch seinen Rücktritt einen ganz neuen Aspekt bekommen“, sagt Autor Biedermann: „Die Gelegenheit, eine Figur so brechen zu sehen, ergibt sich nicht oft.“ Der Auftritt seines Doppelgängers werde ein Höhepunkt. Vielleicht aber noch mehr das Debüt seiner falschen Frau: Stephanie Berger (33) gibt Guttis Gattin. Die schöne Ex-Miss-Schweiz bringt ihren Singspiel-Schöpfer schon jetzt ins Schwärmen: „Blond, unheimlich schön, tolle Beine!“

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Der „Gesundheit-Chines’“ wird zur großen Nummer: Erstmals bekommt Philipp Rösler eine Singspiel-Rolle. Der FDP-Politiker, der beim Nockherberg 2010 mit seiner Taufe zum „Gesundheits-Chines’“ ins Rampenlicht rückte, soll sich als Rapper versuchen. Als Double dient ein Reim-Riese: Bernhard Wunderlich von der Münchner Aufsteiger-Band Blumentopf. Er freut sich tierisch: „Das wird eine Gaudi!“ Wunderlich rappt nicht alleine, sondern an der Seite der Schauspielerin Angela Ascher. Sie gibt Angela Merkel, die wiederum ein Lied lang die Sängerin Rihanna sein möchte. Gemeinsam singen die beiden den Hit „I love the way you lie.“ Man darf gespannt sein, wie das Werk des wilden Rappers Eminem zur kreuzbraven Pfarrerstochter aus der Uckermark passt.

Oscarreife Preisverleihung: Das Singspiel soll ein schillerndes Spektakel werden, mit Kandidaten für den „Ude 2010“. Für die begehrte Statue hat Biedermann nicht nur Politiker auserkoren: Nominiert sind auch der „Wutbürger“ (Thomas Müller) und die „Deutsche Aische“ (Murat Topal).

Erst denken, dann lachen – oder umgekehrt: Der Autor will nachdenkliche Momente in sein Singspiel einstreuen. „Die Politiker sollen sich mal Gedanken machen, wie groß die Kluft ist zwischen den Regierenden und jenen, die regiert werden.“ Umgekehrt gelte es, dass die Bürger auch Verständnis für die Politiker aufbringen sollen. Etwa für Rösler: „Er kämpft ja auch gegen Windmühlen“, sagt Biedermann: „Es wird interessant, sein Leben darzustellen, zu zeigen, wie beschissen es ihm bei seiner Arbeit geht.“

Andreas Beez

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