Salvatoranstich auf dem Nockherberg

Nockherberg: Das sind die Pläne des neuen Singspiel-Duos

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Freuen sich auf das Singspiel: Stefan Betz (li.) und Richard Oehmann im Paulaner-Bräu am Kapuzinerplatz. 

Die Nachfolger für das Singspiel auf dem Nockherberg stehen fest. Stefan Betz und Richard Oehmann setzen auf neue Musik und die gleichen Schauspieler. Sie wollen keinen Bruch mit dem Altbewährten.

München - Wer beim Singspiel derbleckt wird, das kann das neue Nockherberg-Duo noch nicht sagen. „Das hängt davon ab, was politisch in Berlin und München passiert“, sagt Stefan Betz (47) bei der gestrigen Vorstellung ihrer Singspiel-Pläne. Der Drehbuchautor des Kinoknüllers „Grießnockerlaffäre“ übernimmt zusammen mit Richard Oehmann (47), bekannt aus „Doctor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater“ das Singspiel beim traditionellen Salvatoranstich am 28. Februar 2018 auf dem Nockherberg. Sie treten damit in die Fußstapfen von Marcus H. Rosenmüller und Gerd Baumann, die in den vergangenen fünf Jahren große Erfolge gefeiert hatten.

Der Regisseur Rosenmüller war es denn auch, der das neue Team als Nachfolger empfohlen hat. Schließlich war Oehmann seit letztem Jahr bereits beim Komponieren der Lieder und beim Drehbuchschreiben mit dabei. „Da ist mir auch eine gute Idee für das jetzige Singspiel eingefallen. Mit dieser können wird sehr flexibel auf plötzliche politische Entscheidungen reagieren“, so Oehmann. Verraten darf er die natürlich nicht.

„Wenn es der Rosi beim letzten Mal vergeigt hätte, dann wäre es jetzt leichter“

Erst wenn hundertprozentig klar ist, wie sich die CSU aufstellt, könne man über Inhaltliches sprechen. Schauspieler Stephan Zinner (er spielt Markus Söder) hätte Betz beispielsweise vor zwei Wochen noch als Kronprinz eingesetzt. „Das sehe ich nicht mehr so. Vielleicht wird er jetzt befördert.“

Freilich hat Betz kurz Panik vor der Aufgabe bekommen: „Wenn es der Rosi beim letzten Mal vergeigt hätte, dann wäre es jetzt leichter. Hat er aber nicht. Dennoch: Den Nockherberg, den sagt man nicht ab.“ Gelassener sieht es Oehmann: „A Stunde Singspiel is aa ned anders wia a Kaschperlschauspiel.“

Beide versicherten, dass es ihnen einen „Heidenspaß“ macht. Im Café Baader würden sie sich nur so „die Ideen um die Ohren hauen“. Überlegungen waren dabei, das Singspiel wie die TV-Serie „Die Drombuschs“ mit Angela Merkel als Witta Pohl zu inszenieren. Auch eine „Tatort“-Version sei schon dabei gewesen: „Aber das hat uns der Andi Steinfatt nicht erlaubt, weil es darf nicht geschossen werden.“ Der Paulaner-Chef hat aber noch eine andere Sorge: „Der Nockherberg ist im Februar frisch renoviert. Da darf kein Blut spritzen.“ Auch nicht einverstanden war Steinfatt mit der Version, „eine Stunde lang antroposophisches Tüchertheater zu machen, damit die Politiler so ratlos schauen, wie sie das ganze Jahr schauen“, sagt Oehmann.

„Wir wollen keinen Bruch mit dem davor“

Sicher ist nur eines: „Wir wollen keinen Bruch mit dem davor. Wir wollen eine schöne Geschichte mit Liedern, ein solides Singspiel“, so Betz. Die Schauspieler werden die gleichen bleiben, den Musikern wird gekündigt. Denn Oehmann bringt seine eigene Kapelle Café Unterzucker mit Tuba, Schlagzeug und Banjo mit. Die Musikerinnen Maria Hafner und Evi Keglmair von „Zwiebeldirn“ sind auch mit von der Partie.

Die größte Herausforderung sehen Betz, gebürtiger Niederbayer, und Oehmann aus Weilheim aber darin, die Politiker darzustellen. „Die haben alle gute Medienberater und sind deshalb alle gleich glatt, gleich souverän. Keiner hat mehr Marotten.“ Heutzutage müsse man eine Brille wie Dobrindt tragen, um aufzufallen, so Oehmann. Die beiden wünschen sich vor allem mehr Frauen: „Sonst haben wir nur die Quoten-Ilse.“

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