Starkbieranstich 2015

"Völlig losgelöst": So lief das Singspiel auf dem Nockherberg

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Schauspieler Thomas Wenke als Sigmar Gabriel (l.), Christoph Zrenner als Horst Seehofer und die Schauspielerin Antonia von Romatowski als Angela Merkel beim Singspiel auf dem Münchner Nockherberg.

München - Dass Bayern in anderen Sphären schwebt - das ist einer der Grundsätze der Politik im Freistaat. Beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg ist die Münchner und Berliner Polit-Elite nun wirklich „abgehoben“.

Welch eine Schicksalsgemeinschaft! Ein Meteorit hat die Erde getroffen - und Angela Merkel, Horst Seehofer, Sigmar Gabriel & Co. sind an Bord eines Raumschiffs auf dem Weg nach „Neubavarien“. „Ich, Horst Seehofer, werde nach meiner vorerst letzten Amtszeit 2018 der erste bayerische Ministerpräsident im All sein“, rief Seehofer vor dem Start in die überirdischen Sphären seinen Mitreisenden zu: „Auf zu neuen Sternen, auf zum Ursprung der CSU!“ Spontane Reaktion von Markus Söder und Alexander Dobrindt, ebenfalls an Bord: „Zum Schwarzen Loch?“

Wer wird Seehofer-Nachfolger?

Und da schwebt sie nun dahin, die bunte Polittruppe, im Singspiel beim Starkbieranstich auf dem Münchner Nockherberg. Planetenbewohner weisen sie ab, Ilse Aigner wird aufgefressen - wild geht es diesmal zu auf der Bühne. Und das nur, weil Seehofer zu Beginn einen zu kräftigen Schlag auf den Kopf bekam. Regisseur Marcus H. Rosenmüller und Autor Thomas Lienenlüke lassen ihrer Phantasie diesmal noch ein bisschen mehr freien Lauf als sonst schon.

Und trotzdem schaffen sie es, vor der Kulisse von Raumschiff und Weltall Seitenhiebe auf die im Saal anwesende Politprominenz unterzubringen. „Liebe Freunde, lieber Söder“, hebt Seehofer an. Und später irgendwann: „Ich hab überhaupt keine Raumanzüge - ich bin es gewohnt, im luftleeren Raum zu handeln.“ Aigner muss wegen des Hickhacks um das bayerische Energiekonzept einstecken. Und immer wieder kommt zur Sprache: die Debatte um die Seehofer-Nachfolge, der ewige Wettstreit zwischen Söder, Aigner, Dobrindt & Co.

Da hat ein Nockherberg-Besucher im übrigen einen gut gemeinten Rat: In der Pause sagt der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne): „Ich red' einfach nicht über meine Nachfolger - man muss einfach so tun, als ging's ewig weiter.“

Derblecken am Nockherberg - die besten Sprüche und Bilder

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Zu Beginn des Abends überzieht die Kabarettistin Luise Kinseher die Politprominenz mit Hohn und Spott. Über Seehofer sagt „Mama Bavaria“: „Viele in der CSU sagen ja: Lang macht er es nimmer. Es wird uns nur so vorkommen.“ Zudem hält sie dem Regierungschef Wankelmütigkeit vor. Seehofer sage in Abwandlung eines Luther-Zitats ja immer: „Ich stehe nirgends und kann immer anders“, spottet sie.

Kinseher lästert aber auch über aktuelle und ehemalige Kronprinzen und -prinzessinnen. Zu Finanzminister Markus Söder (CSU) etwa sagt sie: „Viele sagen ja, Dir steigt der Ruhm schon in den Kopf - Platz genug wär da.“ Aber auch auf die Opposition hat sie es abgesehen, vor allem auf die SPD. Sie spricht die bayerische SPD-Spitze kurz an - und sagt: „Weiteratmen - dann haben wenigstens eure Lungen Inhalt.“

dpa

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