Kurioser Krimi mit Happy End

Er fand seinen geklauten VW-Bus per iPad

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Norbert K. freut sich über den wiedergefundenen Bus.

München - Über Fluch oder Segen moderner Technik lässt sich streiten – für den Münchner Norbert K. (32) ist der Fall klar: nie wieder ohne iPad! Er fand dadurch seinen geklauten Bus.

Nicht, weil der Münchner gerne Onlinespiele zockt, sondern weil ihm das flache Gerät letztes Wochenende dabei half, seinen gestohlenen VW-Bus wieder zu finden.

Freitagnachmittag auf dem Gelände des Musikfestivals Melt in Gräfenhainichen (Sachsen-Anhalt): Der Münchner parkt seinen silbernen VW-Bus auf der Wiese neben dem Audi seines Kumpels. Am frühen Abend ziehen die Freunde los zur Konzertbühne.

Gegen 5 Uhr am Samstagmorgen verabschiedet sich Norbert K. von seinen Leuten. Er will zum Bus zurück, in dem sein Feldbett auf ihn wartet. „Ich kam immer näher und dachte: Ich müsste ihn schon längst sehen, er ist ja größer als die anderen Autos!“ Schock, als der 32-Jährige den Parkplatz erreicht: Wo Stunden vorher sein Bus stand, steht jetzt ein Golf! „Ich bin weder besoffen noch auf Drogen, mein Bus hat sicher hier gestanden“, rast es Norbert K. durch den Kopf.

Sein geliebter Bus, gestohlen? Seit fünf Jahren fährt der Mitarbeiter einer Werbeagentur mit ihm zum Mountainbiken nach Ungarn und Rumänien. Nie ist etwas passiert. Beim Parkplatzwächter meldet er den Diebstahl, ruft die Polizei.

Auf dem Revier fällt Norbert K. plötzlich ein: Sein iPad lag am Abend auf dem Beifahrersitz im Bus. Er loggt sich per Computer in die iCloud ein, das System ortet sein iPad in zwei Minuten. Tatsächlich: Auf dem Bildschirm blinkt ein grüner Punkt – nur zwei Kilometer vom Revier entfernt in einer Werktstatthalle.

„Ich war so erleichtert! Trotzdem wusste ich nicht, ob das Auto da ist, wo das ipad liegt.“ Die Beamten fordern vom Staatsanwalt einen Durchsuchungsbefehl für die Werkstatt, doch vor 8 Uhr ist am Samstag nichts zu machen. Währenddessen fährt ein Streifenwagen zur Werkstatt. Ein Krimi für Norbert K.: „Über Funk bekam ich mit, wie die Beamten durch die Gegend irrten und die Halle nicht fanden. Dabei hatte ich ihnen extra den Stadtplan ausgedruckt. Es war chaotisch. Ich dachte, gleich kommt einer von Verstehen Sie Spaß? um die Ecke.“

Um 12 Uhr endlich die Erleichterung: Die Beamten verschaffen sich mit dem Schlüsseldienst Zutritt zur Halle. Der gestohlene VW-Bus steht in der Lackierbox. Außer dem aufgebrochenen Türschloss ist nichts kaputt. Norbert K. hat Anzeige gegen den Dieb erstattet, wie ein Polizeisprecher aus ­Gräfenhainichen der tz bestätigte.

tz-Stichwort: Geräte-Ortung mit der iCloud

Schlechte Nachrichten für Langfinger: Über die sogenannte iCloud der Firma Apple lassen sich Handys, Laptops und iPads schnell und einfach orten. Dazu loggt sich der Besitzer mit seiner Apple-ID an einem beliebigen Computer in die virtuelle iCloud ein und startet die Funktion „Mein iPhone (iPad) suchen“. Wenn das gesuchte Gerät online ist und zuvor in der iCloud registriert wurde, wird die ungefähre Position des Geräts auf der Karte angezeigt – die Ortung kann einige Minuten dauern. Der grüne Kreis um den Standort des Geräts herum gibt Auskunft über die Genauigkeit des Standorts, je kleiner desto besser. Über die Internetseite kann man das Gerät sperren.

tz

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