Sugar: Das bittere Aus

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Das Sugar macht unter dem Namen Sugar Shack Mitte März wieder auf.

München - Aus fürs Sugar! Der Club in der Herzogspitalstraße macht dicht – und Mitte März unter dem alten, erfolgversprechendem Namen Sugar Shack wieder auf.

Aus und vorbei. Die Disco-Season im Sugar endete abrupt mit der „Sugar Mansion Party“ am letzten Samstag. Begonnen hatte sie erst am 4. September letzten Jahres, als Sugar-Chefin Ursula Borsche den damaligen Türsteher Norbert Schmitz ins Boot holte, als „Creative Director“, Frontmann, Mann für alle Fälle. Es war zu dieser Zeit nicht gut bestellt um den Nachtclub, weshalb die Unternehmerin Borsche (besitzt eine Werbeagentur), einst Stammgast im legendären Sugar Shack, Unterstützung benötigte. Norbert Schmitz unterzog die Diskothek einem Face-Lifting, malte bunte Streifen an die Wände, feierte dort seinen Blub Club und eröffnete die Sugar Mansion. Allesamt gute Partys, der nachhaltige wirtschaftliche Erfolg blieb allerdings aus. Zumindest sah Borsche das so. Wie das so ist bei Scheidungen, sprechen die ehemaligen Partner nicht nur gut über-einander: Der eine kritisierte mangelndes Standvermögen, die andere den Erfolg. Nicht mal ein halbes Jahr nach der Liebesheirat hat man sich nun getrennt, dabei war die Partnerschaft ursprünglich langfristig angelegt.

In den 80ern war das Sugar Shack von Karl Müller (später übergab er den Club an Dieter Rogner) eine der ersten Adressen im Münchner Nachtleben. Vor allem wegen der illustren Gäste, die hier regelmäßig vorbeischauten: Freddie Mercury, Mick Jagger, Bruce Springsteen, Uschi Obermaier, Frank Zappa oder Udo Lindenberg gaben sich hier die Flaschen in die Hand. Im Jahr 2000 trugen die Veranstalter Tom Dirmhirn und Rene Vaitl (ist jetzt am Pacha beteiligt), mit einem 16-stündigen Event die Disco zu Grabe.

Die Welt drehte sich weiter, in die Räume zog erst das MIA ein, dann der Wiesn-Stadl, der City-Stadl und im Dezember 2008 Uschi Borsches Sugar, zuletzt mit Norbert Schmitz. Nun kehrt das Sugar Shack wieder zurück. Zwar bleibt Uschi Borsche die Chefin, das Schicksal „ihres Babys“, wie sie ihr einstiges zweites Wohnzimmer gerne nennt, legt sie allerdings in die Hände dreier anderer lokaler Nightlife-Größen: Crown’s Club-Chef Oliver Reif, sowie die Party-Macher Markus S. (mit ihm betreibt Reif auch das Harper’s & Queen’s) und Tom Dirmhirn (Renaissance Clubbing).

Offiziell am 12. März wollen die drei an den Start gehen, zuvor den Laden durch kleine Umbauten partytauglicher machen. „Wir orientieren uns an Mitbewerbern wie 089, Max & Moritz oder Spielwiese, alles Adressen für das junge, ­feierfreudige Publikum“, erklärt Reif. Dazu werden die Preise gesenkt, freitags wird es etwas günstiger als samstags. Wodka-Energy geht an Freitagen künftig für 6,50 Euro über den Tresen, Softdrinks und Bier für drei Euro, samstags kostet das süffige Vergnügen 50 Cent mehr.

Auch am Namen wird, wie gesagt, leicht gedreht, künftig wird die Diskothek im ersten und zweiten Stock wieder als Sugar Shack gehandelt. Vielleicht kann der alte Name ja an die alten, erfolgreichen Zeiten anknüpfen. Unten, wo früher das Restaurant war, entsteht die Sugar Lounge mit einem separaten Dancefloor. „Wir tragen alle Investitionen selbst“ erklärt Reif, „nur bei Erfolg sind wir am Gewinn beteiligt.“ Dirmhirn und S. sind dafür verantwortlich, dass der Laden voll wird – beide besitzen eine umfangreiche Adresskartei der jungen Zielgruppe. Auf zwei Jahre ist die Zusammenarbeit vertraglich festgelegt, „aber ganz leicht von Uschi Borsche kündbar, wenn sie den Club verkaufen will“, versichert Reif.

Norbert Schmitz nimmt indes erst mal zwei Wochen Auszeit in Miami, dann will er sich im Münchner Nightlife neu orientieren.

Thomas Oßwald

Mehr Infos rund um die Münchner Partyszene gibt es auf

partygaenger.de

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