53 Verdachtsfälle in Neuperlach

Noro-Virus-Alarm in diesem Altenheim

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Das Norovirus hat sich im Phönix-Seniorenheim Neuperlach breitgemacht. Den Kranken geht es wieder besser.

München - Das Phönix-Seniorenheim in Neuperlach hat es offenbar erwischt: Noro-Verdacht bei Dutzenden Senioren! Der Betrieb läuft in enger Absprache mit den Behörden weiter.

Im Sommer haben die Menschen meistens Ruhe vor diesem kleinen, gemeinen Erreger. Aber das Noro-Virus ist so klein und gemein – und vor allem so ansteckend–, dass es sich selbst an den schönsten Tagen noch einschleichen kann. Jetzt hat es das Phönix-Seniorenheim in Neuperlach erwischt: Noro-Verdacht bei Dutzenden Senioren!

Die Schutzmaßnahmen sind getroffen, die Proben werden untersucht. „Der Verdacht ist noch nicht bestätigt“, sagt die Heimleitung. Das Seniorenzentrum stehe im Kontakt mit dem Gesundheitsamt, das am Donnerstag auch zur Begutachtung vor Ort und mit allen Vorkehrungen zufrieden gewesen sei.

Als Vorsichtsmaßnahme seien wie vorgegeben für die Besucher etwa Desinfektionsmittel bereit gestellt und Schutzkleidung hergerichtet worden, falls erforderlich. Denn die Hausleitung betont: „Nicht alle Bewohner waren betroffen. Und am Freitag haben wir keine Bewohner mit Durchfall und Erbrechen gehabt.“ Ins Krankenhaus seien keine Senioren verlegt worden. Auch sei das Haus, das laut eigener Internet-Seite bis zu 150 Bewohner zur Pflege, Kurzzeitpflege und bei Demenz aufnehmen kann, nicht geschlossen gewesen.

Das Gesundheitsreferat bestätigt den Ausbruch nicht direkt. Die Behörde bearbeitet nach Angaben von Sprecherin Katrin Zettler derzeit aber nur einen Ausbruch mit Verdacht auf Noro-Virus in einer Gemeinschaftseinrichtung in der Stadt – mit ganzen 53 Verdachtsfällen!

„Die Proben werden derzeit bearbeitet“, sagt Zettler. Ein Ergebnis stehe noch nicht fest. Wegen des Erscheinungsbilds tippen die Experten auf den kleinen, gemeinen Erreger – wobei aber auch andere Viren den Kranken das Leben schwer machen. Beim meldepflichtigen Noro-Virus ist der Spuk meist nach zwei Tagen vorbei – in den allermeisten Fällen gibt es keine Komplikationen. „Die meisten Betroffenen dürften wieder gesund sein“, sagt Sprecherin Zettler. Die Einrichtung habe den Fall ordnungsgemäß gemeldet und sich völlig korrekt verhalten.

Die Zahl der Infektionen mit Noro-Virus schwankt mit der Jahreszeit. Diesen Sommer erkrankten von Juni bis Mitte August laut Robert-Koch-Institut 103 Münchner. Das liegt im Bereich des Jahres 2012 und sogar unter dem von 2011. Im Winter können sich den Brechdurchfall leicht mehrere hundert Münchner in einem einzigen Monat einfangen.

… und im Allgäu erkrankten Banker

Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall: Auch in Sonthofen (Allgäu) herrschte am Donnerstag Noro-Virus-Alarm! Ein Großaufgebot an Rettungskräften eilte zu dem Hotel, in dem 550 angehende Banker aus Österreich ein Seminar besuchten.

Acht der meist 16- bis 17-jährigen Auszubildenden mussten schließlich betreut werden. Zwei von ihnen kamen in ein Krankenhaus. Dieses konnten sie aber schon kurz danach wieder verlassen und traten die Heimreise an.

Anfänglich waren die Ärzte von einer Lebensmittelvergiftung ausgegangen. Doch die Ermittlungen des Gesundheitsamtes ergaben, dass der Noro-Virus der Auslöser gewesen sein muss.

In dem Hotel hatten noch am Abend entsprechende Desinfizierungsmaßnahmen begonnen, die am Freitag fortgesetzt wurden. Die Bank hatte danach entschieden, das Seminar fortzuführen. Etwa 200 der Azubis waren seit Sonntag, die restlichen seit Montag dort untergebracht.

tz-Stichwort Noro-Virus

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Noroviren.

Der Erreger galoppiert durch den Körper: Die Viren werden über Stuhl und Erbrochenes ausgeschieden. Die Ansteckung erfolgt durch die Aufnahme über die Hand oder die Luft. Meist geschieht das von Mensch zu Mensch, aber auch die Infektion über kontaminierte Speisen und Getränke ist laut Robert-Koch-Institut möglich. Selbst wenige Viren genügen, heftigstes Erbrechen und/oder Durchfall beginnen meist Stunden nach der Infektion. Nach 12 bis 48 Stunden ist in der Regel das Schlimmste vorbei. Am gefährlichsten ist der Flüssigkeitsverlust, der unbedingt ausgeglichen werden muss. Eine Impfung gibt es nicht.

DAC

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