Chaos-Tag bei der S-Bahn

München - Am Freitag häuften sich die Störungen bei der S-Bahn und im Regionalverkehr. Vormittags waren nahezu alle Linien verspätet. In einem Regionalzug saßen die Fahrgäste drei Stunden lang fest. Am Nachmittag fiel dann auch noch ein Stellwerk aus.

Kaputte Züge, Weichen- und Signalstörungen, Notarzteinsätze und jetzt auch noch ein ausgefallenes Stellwerk: Die Münchner S-Bahn war am heutigen Freitag von so ziemlich jedem Problem betroffen, dass es auf den Gleisen geben kann.

Am Vormittag herrschte Chaos auf fast allen Linien, die Ursachen waren vielfältig: Eine Störung  am Bahnübergang in Oberschleißheim sorgte für Verspätungen bei der S1, zwei Signalstörungen auf den Linien S2 und S4 in Haar und Altenerding kamen dazu, außerdem eine Weichenstörung auf der S7 und zwei Notarzteinsätze auf der Stammstrecke, die auch den S-Bahn-Verkehr in der Innenstadt kurzzeitig lahm legten.

Besonders betroffen war die Linie S8 zum Flughafen: Nachdem morgens ein Zug liegen geblieben war, fuhr die S8 erst ab dem späten Vormittag wieder auf dem Regelweg - und das auch nicht lange. Um 13.30 Uhr fiel das Stellwerk in Germering-Unterpfaffenhofen aus, die Folge waren erhebliche Verspätungen bei der S8.

Auch der Regionalverkehr war betroffen: Kurz vor Stockdorf blieb ein Regionalzug liegen, in dem 44 Fahrgäste saßen. Der Zug war unterwegs von München nach Kochel. Auf Nachfrage erklärte die Deutsche Bahn, der Zug habe wegen eines Schadens am Antrieb nicht mehr weiterfahren können. Die Fahrgäste mussten drei Stunden im Zug ausharren, bevor es weiter ging. "Wir konnten den Zug nicht evakuieren, da das Gelände das nicht zuließ", sagte ein Sprecher der Bahn. Die Heizung habe aber die ganze Zeit funktioniert. Erst gegen 10 Uhr konnte eine Hilfslok den kaputten Zug nach Gauting ziehen, nachdem eine Reparatur vor Ort nicht funktioniert hatte.

Wie kommt es zu so vielen Störungen an einem Tag? Der Sprecher der Bahn sagte, es gebe keine zentrale Ursache. "Wir wollen nicht der Witterung die Schuld geben", sagte er. "Es ist aber nicht auszuschließen, dass die extreme Kälte eine Rolle gespielt hat." Vielleicht sei es aber auch eine "Verkettung unglücklicher Umstände" gewesen. Die liegen gebliebenen Züge werden nun in der Werkstatt untersucht, um festzustellen, ob der Schaden kältebedingt ist.

mm

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