Notfall-Alarm bei Herz-Gala

+
Nach dem Schrecken und dem Warten in der Kälte wurde im Comité-Hof des Cuvilliés-Theater gefeiert – allen voran Gastgeberin Irène Lejeune (links im Foto Mitte) mit dem künstlerischen Leiter Ivan Liška (v. li.) und den Solisten Isabelle Sévers, Lucia Lacarra und Marlon Dino

München - Das Bayerische Staatsballett hat am Sonntag 141.281 Euro für todkranke Kinder ertanzt. Just nach dem letzten Vorhang kam es im Cuvilliés-Theater zu einem Notfall-Alarm.

Es war zum Träumen schön, wie das Bayerische Staatsballett und seine Solisten unter der Leitung von Ivan LiŠka Höhepunkte aus ihrem Repertoire präsentierten. Und umso jäher wurde das Publikum am Sonntagabend im Cuvilliés-Theater aus dem Kunstgenuss gerissen, als sich nach just nach dem letzten Vorhang eine Lautsprecherstimme meldete: „Bitte verlassen Sie sofort das Gebäude – wir haben einen Alarm wegen eines technischen Defekts!“ Manch einer dachte sogar an Bombenalarm, selbst die Garderoben wurden gesperrt und die feinen Damen mussten in ihren luftigen Abendkleidern 30 Minuten im Freien ausharren, bis die Entwarnung der Feuerwehr kam: „Fehlalarm“.

Lange Schreckminuten. Ausgerechnet bei der Benefizgala der „Herz für Herz – Stiftung für Leben“, zu der das Unternehmerpaar Dr. h. c. Erich und Dr. h. c. Irène Lejeune geladen hatte. Doch keiner ließ sich durch den Fehlalarm die Stimmung verderben. „Das war ganz großes Ballett!“, da waren sich alle einig.

14 Jahre lang hatte das Bayerische Staatsballett nicht mehr im Cuvilliés Theater getanzt – im schönsten Rokoko-Theater Europas –, und jetzt bot es unter dem Motto In the ­Future eine Reise durch alle Stilepochen. Für den guten Zweck zog selbst Münchens Ballett-Direktor Ivan LiŠka noch einmal die Ballettschuhe an und bot zusammen mit Ballerina Lucia Lacarra eine hinreißende Vorführung .

Und für die Herz-für-Herz-Stiftung, die 2003 von Iréne und Erich Lejeune ins Leben gerufen wurde, war es ein großer Gewinn: der Gesamterlös des Abends, 141 281 Euro. „Damit können wir unser neues Projekt in Zentral-Vietnam – ein medizinisches Zentrum in Angriff nehmen.“, freuten sich die Gastgeber. Das Ziel der Stiftung ist es, mittellosen Kindern, die an schweren Herzfehlern leiden, das Leben zu retten. „Wir haben mit unserer Kinderherz­station Hoffnung nach Vietnam gebracht“, erzählte Prof. Heinrich Netz, Chef der Kinderkardiologie am Klinikum Großhadern, unter dessen Leitung bereits 3000 herzkranke Kinder erfolgreich behandelt werden konnten. Auch in Südafrika wurden seit 2009 einundzwanzig Kinder unter seiner Aufsicht am offenen Herzen operiert.

„Für uns ist heute schon Weihnachten“ erklärte Erich Lejeune beim anschließenden Empfang im Comité-Hof des Theaters gegenüber den 300 geladenen Gästen.

Es spendeten und feierten u.a.: Steffen Marquard (UniCredit) allein spendete 40 000 Euro), Anwalt Dr. Wolfgang ­Seybold mit Sohn Philip, Hofbräu-Chef Dr. Michael Möller und Gattin Irmgard, Barbara Brosius (UBS) und Bernd ­Bauknecht, Sportmoderator Marcel Reif mit Ehefrau Prof. Marion ­Kiechle, Edel-Juwelier Thomas ­Jirgens sowie die ehemalige Prima Ballerina Prof. ­Konstanze ­Vernon.

Linda von Beck

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn: 26 Flüchtlinge springen bei Laim vom Zug - Stundenlang Chaos
S-Bahn: 26 Flüchtlinge springen bei Laim vom Zug - Stundenlang Chaos
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Sechs Orte in München, an denen wir uns aufwärmen
Sechs Orte in München, an denen wir uns aufwärmen

Kommentare