Notorischer Betrüger schwindelte aus dem Gefängnis heraus

München - Er kaufte Tankstellen, erschwindelte Kredite - aus dem Knast heraus. Jetzt steht der Gauner vor Gericht.

Er konnte es nicht lassen: Ein wegen Schwindeleien bereits im Gefängnis sitzender Mann hat von dort aus neue Betrügereien vorbereitet. Der 46-Jährige gestand am Dienstag zum Auftakt seines Prozesses vor dem Münchner Landgericht die ihm vorgeworfenen 39 Fälle des Betrugs im besonders schweren Fall und der Urkundenfälschung zum überwiegenden Teil. Er sei aus der Haft heraus “unternehmerisch tätig geworden“, trug sein Anwalt für ihn vor. Schon wegen früherer Urteile musste er mehrere Haftstrafen verbüßen - insgesamt neun Jahre. Im Gefängnis knüpfte er nahtlos an frühere Schwindeleien mit einer Petroleum-Firma an.

Er gründete ein neues Unternehmen über den Neffen eines Mitgefangenen. Unmittelbar nach seiner Entlassung gründete er eine weitere Firma mit dem Ziel des Aufbaus einer Tankstellenkette. Zur Vortäuschung der Zahlungsfähigkeit der zweiten Gesellschaft fälschte der 46-Jährige laut Anklage den Jahresabschluss, der Erlöse in Höhe von knapp 500 Millionen Euro auswies. Im Vertrauen darauf bekam er Kredite, er kaufte Tankstellen, erschwindelte Mineralöllieferungen und andere Waren, blieb Makler-Provisionen und Anwaltshonorare schuldig.

Der angeblich erfolgreiche Unternehmer führte seine “Geschäfte“ von Luxushotels in Miami aus, wohin er sich vorsichtshalber noch im Jahr 2008 absetzte. In Florida wurde der Angeklagte im August 2009 aufgrund eines internationalen Haftbefehls festgenommen. Der Angeklagte wurde nach knapp zwei Jahren im Juni nach München überstellt. Gegen ihn wird voraussichtlich an sieben Tagen verhandelt.

dpa

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