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Im Herzen von München: Pharmariese bezieht eines der prächtigsten Gebäude der Stadt

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Novartis bezieht die Alte Akademie in München. Ausschlaggebend für den Standort war laut Deutschland-Chef Heinrich Moisa der Biotechnologie-Cluster
Novartis bezieht die Alte Akademie in München. Ausschlaggebend für den Standort war laut Deutschland-Chef Heinrich Moisa der Biotechnologie-Cluster. © FKN

Die Biotechnologie-Branche boomt - und das auch in München. Der Schweizer Pharmariese Novartis bezieht in Bälde eines der edelsten Gebäude im Herzen der Stadt.

München - Die Alte Akademie – zentral in der Fußgängerzone zwischen Stachus und Marienplatz gelegen – bekommt neue Nutzer: Ab 2024 sollen hier 500 Beschäftige in der Deutschland Verwaltung des Schweizer Pharmariesen Novartis arbeiten. Der Basler Konzern verlegt den Sitz seiner Deutschlandtochter von Nürnberg zur Hälfte nach München.

Der denkmalgeschützte Komplex, der der Signa-Gruppe des österreichischen Immobilieninvestors René Benko gehört, wird derzeit noch umgebaut. Novartis wird hier – laut Signa – insgesamt 9350 Quadratmeter Bürofläche „langfristig anmieten“. Ausschlaggebend für den Standort München war laut Novartis-Deutschland-Chef Heinrich Moisa der Biotechnologie-Cluster. Das Biotechnologie-Netzwerk, das in den letzten Jahren im Großraum der Landeshauptstadt entstanden ist. Für Moisa ist dieses Cluster in „Europa führend“. Kein Wunder: Denn neben inzwischen Hunderten großer und kleiner Unternehmen gehören dazu u. a. auch die beiden Elite-Unis, die Ludwig-Maximilians-Universität und die Technische Universität sowie mehrere Max-Planck-Institute – und zwei Innovations- und Gründerzentren. Der Schwerpunkt liegt dabei in der sogenannten roten Biotechnologie – also im pharmazeutisch-medizinischen Bereich. Das passt zu Novartis.

Novartis bezieht Alte Akademie in München - Bis 2013 gehörte das Gebäude der Stadt

Der Umzug nach München beginnt für das Unternehmen schon Anfang nächsten Jahres mit der Eröffnung eines temporären Büros. 2024 will man dann in die Alte Akademie einziehen. Das Gebäude, ursprünglich ein Jesuitenkolleg, das 1574 bis 1576 von Herzog Albrecht I. erbaut wurde, gehörte bis 2013 dem Freistaat. Dann wurde die Immobilie im Erbbaurecht an den „Kaufhaus-König“ René Benko für 240 Millionen Euro vergeben und dann mit dem Umbau begonnen. Neben Büros sollen hier auch Wohnungen (auf 3550 qm) entstehen, dazu noch Flächen für Einzelhandel (7700 qm) und Gastronomie (1400 qm).

Laut Signa sind mit dem Abschluss des Mietvertrages mit Novartis „bereits weit vor Fertigstellung der Traditionsimmobilie alle Büroflächen vergeben“.

Novartis zieht nach München: Absage an Nürnberg? Deutschland-Chef nimmt Stellung

Aktuell werden im Inneren, laut Siga Real Estate, noch Bauteile des ehemaligen Kaufhauses Hettlage zurückgebaut und Spezialtiefbauarbeiten zur Herstellung neuer Untergeschosse des Komplexes durchgeführt. Im nächsten Schritt sollen dann die Rohbauarbeiten starten. Rein äußerlich soll sich nicht viel verändern: Die Fassaden aller Gebäudeteile bleiben erhalten und werden denkmalgerecht saniert.

Novartis beschäftigt in Deutschland übrigens rund 7000 Mitarbeiter (weltweit 110.000) an zehn Standorten, dazu gehört auch Sandoz/Hexal in Holzkirchen sowie die Werke Wehr bei Basel, Barleben und Osterweddingen in Sachsen-Anhalt und ­Rudolstadt in Thüringen. Auch mit Corona-Impfstoff-Hersteller Biontech ist das Unternehmen verflechtet.

Bayern, so Novartis Deutschland-Chef Moisa, sei ein fantastischer Standort für Pharma- und Technologiefirmen. Den Teilumzug nach München will er ausdrücklich nicht als Absage an Nürnberg verstanden wissen. Die bestehende Partnerschaft mit der Universität Nürnberg-Erlangen lobt er ausdrücklich. Aber das Novartis-Gebäude in Nürnberg, so Moisa, entspreche einfach nicht mehr den heutigen Erfordernissen… Jetzt ist also München am Zug. (Wolfgang de Ponte)

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