Mordwaffe im Fokus

NSU-Prozess: Scharfe Pistolen vor Gericht

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Um eine Waffe wie diese geht es: Das Foto oben zeigt eine Ceska-Pistole mit Schalldämpfer - mit einem solchen Modell hatten die NSU-Terroristen geschossen.

Müncen - Neun scharfe Waffen auf dem Richtertisch! Im NSU-Prozess sorgte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl für eine Überraschung. Die Vernehmung von Kriminalbeamten wurde zurückgestellt.

Der Angeklagte Carsten S. sollte stattdessen jenen Pistolen-Typ mit Schalldämpfer aussuchen, mit dem die Terrorbande neun Menschen getötet hatte. Ein wichtiger Teil der Beweisaufnahme.

Bei den Maschinenpistolen, Pistolen und Revolvern handelt es sich um bau­gleiche Modelle jener Waffen, die im ausgebrannten Wohnmobil von Uwe Böhnardt und Uwe Mundlos sowie in der Brandruine in Eisenach (die Angeklagte Beate Zschäpe hatte diese laut Anklage in die Luft gejagt) entdeckt worden waren.

S. war bei der Identifikation der Tatwaffe ziemlich unsicher. Er hatte gestanden, dass er Mundlos und Böhnhardt eine Pistole samt Schalldämpfer und Munition übergeben hatte. Aber war es eben jene Ceska, mit der die Terroristen neun Menschen ermordeten?

Carsten S. wurde am Donnerstag vor Gericht zu diesem Thema gehört

Carsten S. sagte, er habe nicht einmal gewusst, um welche Marke es sich bei der Waffe handelte, die Polizisten aus dem Brandschutt von Eisenach herauswühlten. Erinnern kann er sich nur an ein Gewinde vor dem Lauf. Und das passt nur zu der Ceska-Pistole. S. schränkte seine Aussage von früher ein: „Hätten da 15 Pistolen mit Schalldämpfer gelegen, die alle so’n Gewinde gehabt hätten, dann wäre das schwieriger geworden.“

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