Nur 50 Journalisten können im Saal sein

NSU-Prozess: Heute werden die Plätze verlost

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Im Saal A101 des Oberlandesgerichts in München beginnt am 6. Mai der NSU-Prozess.

München - Böse gesagt könnte man sagen: Und jetzt die Ziehung der Presseplätze. Denn heute werden die insgesamt 50 Presseplätze im NSU-Prozess neu vergeben – und zwar per Los!

Böse gesagt könnte man sagen: Und jetzt die Ziehung der Presseplätze. Mit den Lottozahlen gibt es ja auch Probleme …

Denn heute werden die insgesamt 50 Presseplätze im NSU-Prozess neu vergeben – und zwar per Los!

Dann will das Münchner Oberlandesgericht nicht nur die „Gewinner“, sondern auch die Anzahl der Bewerbungen bekannt geben – und die dürfte weit in die Hunderte gehen. Und damit die ebenso geheime wie umstrittene Auslosung auch in aller Seriosität über die Bühne geht, wird der frühere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel (87) als Zeuge den korrekten Ablauf überwachen. Die Lose zieht ein Notar.

Angeklagt: Beate Zschäpe

Der eigentliche Prozess beginnt nun am 6. Mai – und gerät in den peinlichen Querelen um die Vergabe der Presseplätze fast schon zur Nebensache. Und das, obwohl der Prozess gegen die mutmaßliche NSU-Terroristin und Mörderin Beate Zschäpe zu einem der wichtigsten in der Geschichte der Bundesrepublik zählt und weltweit für Aufsehen sorgt. Kein Wunder, dass sich im neuen Akkreditierungsverfahren weit mehr Medien beworben haben als im ersten.

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Was steht fest? Die Plätze sind ausgeklügelt nach einzelnen Mediengruppen aufgeteilt. Bei den ausländischen Sitzen werden vier an türkische Medien vergeben, die im ersten Rennen leer ausgegangen waren – was die Wogen der Entrüstung ausgelöst hatte. Schließlich hatten acht Opfer des NSU („Nationalsozialistischer Untergrund“) türkische Wurzeln. Das Bundesverfassungsgericht sprach schließlich ein Machtwort und verdonnerte Richter Manfred Götzl zu Nachbesserungen.

Insgesamt gibt es 50 Plätze für die Berichterstatter und 50 für die Öffentlichkeit. Für die Tagespresse bleiben fünf für rund 370 Zeitungen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung kommentierte das so: „Willkommen bei der Münchner Presselotterie!“

Erweitert wird nicht, es bleibt beim kleinen Saal A101, zudem wird es keine Übertragung in einen größeren Gerichtssaal geben. Grund: Der Senat befürchtet, dass dies einen Revisionsgrund darstellen könne.

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