Neuer Ärger droht

NSU-Prozess: Hier werden die Besucher eingepfercht

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Vor dem Saal A101 im Strafjustizzentrum wurden jetzt diese Holzwände aufgestellt

München - Noch hält die Sitzverteilung der Presse im NSU-Prozess die Welt in Atem, doch mit diesem Bretterverschlag sorgt das Oberlandesgericht (OLG) München schon für den nächsten Ärger.

Hinter dem Bretterverschlag müssen sich die Journalisten und Besucher aus aller Welt anstellen, wenn sie in den Sitzungssaal zum NSU-Prozess wollen. Das erinnert fatal an die „Demjanjuk-Sammelstelle“. Schon zum Prozessbeginn gegen den KZ-Wachmann am 30. November 2009 hatte sich die bayerische Justiz blamiert. Dies scheint sich im Prozess gegen die mutmaßliche Nazi-Terroristin Beate Zschäpe ab 17. April zu wiederholen. Schon jetzt gibt es riesigen Ärger um die Vergabe der rund 50 Presseplätze. Türkische Medienvertreter fühlen sich vom Vergabesystem ausgeschlossen. Das ist für sie besonders bitter, denn acht der zehn NSU-Mordopfer waren türkischer Herkunft.

Angesichts der harten Haltung des OLG hat jetzt die Landtagspresse reagiert und will den türkischen Kollegen Zugang verschaffen. Drei bayerische Medienvertreter mit reservierten Plätzen geben an den ersten drei Prozesstagen ihren Platz frei. Alle in der Warteschlange sind aufgerufen, die türkischen Journalisten vorzulassen.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) appellierte an die Justiz, türkische Medienvertreter doch noch zum NSU-Prozess zuzulassen: „Es ist völlig klar und verständlich, dass auch die türkischen Medien ein starkes Interesse an dem NSU-Prozess haben.“

Ebu

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