NSU-Prozess

Justizzentrum wird zum Hochsicherheitstrakt

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Auch im Gerichtssaal wird das USK anwesend sein

München - Zum Auftakt des Prozesses gegen die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe wurde das Justizzentrum in der Nymphenburger Straße in einen Hochsicherheitstrakt verwandelt.

Unzählige Absperrgitter draußen, meterhohe Sichtschutz- und Absperrwände drinnen und 500 Polizisten: Zum Auftakt des Prozesses gegen die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe (38) und ihre Mitläufer wurde das Justizzentrum in der Nymphenburger Straße in einen Hochsicherheitstrakt verwandelt. Das bedeutet für Autofahrer und Anwohner eine ganze Reihe von Einschränkungen, die voraussichtlich bereits ab Sonntagfrüh gelten.

Karte: Der Sperren- und Halteverbotsplan um das Justizzentrum

Die wichtigsten Fakten:

Mögliche Gefahren: Nach Einschätzung des Münchner Vize-Polizeipräsidenten Robert Kopp gibt es keine Erkenntnisse über mögliche Angriffe aus dem links- oder rechtsextremistischen Bereich: „Wir müssen aber weiterhin von einer hohen abstrakten Gefährdung ausgehen und sind entsprechend vorbereitet.“ Im Gerichtssaal selbst werden ständig etwa zehn USK-Beamte anwesend sein – auch, um eventuelle emotionale Ausbrüche aus den Reihen der Angehörigen der Opfer zu stoppen.

Verkehr: Kopp appelliert an alle Autofahrer, das Justizzentrum – speziell am Montag – großräumig zu umfahren. Wegen mehrerer Demos müssen voraussichtlich die Sandstraße zwischen Dachauer- und Karlstraße und die Nymphenburger Straße zwischen Stiglmaierplatz und Pappenheimstraße zeitweise gesperrt werden. Im gesamten Viertel um das Justizzentrum gelten in nächster Zeit zahlreiche Halteverbote, die die Polizei strikt durchsetzen wird. Kopp: „Wir tun es nicht gern. Aber wir müssen abschleppen.“ Die Anwohner des St.-Benno-Viertels wurden bereits mit Flyern über Ersatzparkflächen informiert.

Demos: Am Montag haben sechs Vereine und Organisationen in der Zeit von 8 bis 18 Uhr stationäre Demonstrationen rings um das Justizzentrum angemeldet, darunter auch der Türkische Volksverein. Die Polizei rechnet mit insgesamt 1000 Teilnehmern. Aus den Reihen von Rechtsextremisten liegen nach Polizeiangaben derzeit keine Versammlungsanmeldungen vor.

U-Bahn: Sämtliche Ein- und Ausgänge des U-Bahnhofes Stiglmaierplatz (Linie U1/U7) werden geöffnet bleiben – sofern es draußen nicht zu eng wird.

Bürgerservice: Für Fragen rund um die Verkehrssituation und andere Maßnahmen hat die Polizei rund um die Uhr das Bürgertelefon 089/29 10-19 10 eingerichtet.

Dorita Plange

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