Nach acht Monaten falsche Namensliste

NSU-Recherche: Verfassungsschutz enttäuscht Kripo

München - Bei ihrer jahrelangen Fahndung nach den rechtsextremen Serienmördern der Terrorgruppe NSU fühlte sich die Kripo vom Verfassungsschutz allein gelassen, so ein Ermittler.

Während der jahrelang erfolglosen Fahndung nach den Serienmördern der rechtsextremen Terrorgruppe NSU war die Kriminalpolizei enttäuscht vom bayerischen Verfassungsschutz. Der Ermittler Manfred Witkowski schilderte am Dienstag vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags, wie der Verfassungsschutz 2007 die Frage der Sonderkommission „Bosporus“ nach einer Namensliste von Rechtsextremisten behandelte: Anstelle der angefragten bayernweiten Namensliste hätten die Verfassungsschützer acht Monate später nur die Daten von knapp 700 Neonazis aus dem Nürnberger Raum geliefert. „Da waren wir nicht zufrieden“, sagte Witkowski.

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Der Kriminalkommissar ging nach eigenen Worten damals davon aus, dass der oder die Täter Kriegserfahrung hatte. „Meine persönliche Einschätzung war, dass das jemand war, der im Ausland im Kriegseinsatz gewesen war und einen Hass auf ausländische Mitbürger entwickelt hat.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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