CSU gegen SPD!

Nur noch auf Nebenstraßen? Radl-Zoff im Rathaus

München - Der Urlaub ist vorbei, dunkle Wolken ziehen am Himmel auf. Auch überm Rathaus … Die Koalitionspartner SPD und CSU kommen sich in die Haare. Es gibt Radl-Zoff!

Der Grund: Die CSU dreht mit neuen Plänen am Rad, genauer gesagt am Fahrrad. Und bei der SPD schüttelt man den Kopf.

Die CSU fordert einen Fünf-Jahres-Plan, in dessen Verlauf sie 175 Millionen Euro in den Bau neuer Radwege investieren will. Die Frage ist nur: Wo? Die Schwarzen fordern nämlich „eine verstärkte Trennung des Radverkehrs von motorisiertem Verkehr“. Fraktions-Chef Hans Podiuk erklärt: „Auch wenn viele aus ideologischen Vorbehalten der CSU die Unterstützung des Radverkehrs nicht zutrauen, so wollen wir hier eine zukunftsweisende Offensive initiieren.“ Was die CSU unter „zukunftsweisend“ versteht, verdeutlicht Fraktionskollege Michael Kuffer: „Mehr und schnellerer Radverkehr wird nicht immer auf der Luftline möglich sein.“ Sprich: Die CSU will die Radler nicht mehr entlang der großen Straßen fahren lassen, sondern durch Nebenstraßen schicken, auch wenn es einen Umweg bedeutet.

Der Koalitionspartner ist düpiert: „Das entspricht nicht den verkehrspolitischen Grundsätzen der SPD-Stadtratsfraktion.“ Fraktionschef Alexander Reissl: „Die Idee, Radfahrer von den Hauptstraßen weghalten zu wollen, ist illusorisch. Wer mit dem Rad zur Arbeit oder Uni fährt, wird weiter den direkten Weg nehmen – auch wenn er an einer Hauptstraße entlang führt.“ Stadtrat Klaus Peter Rupp (SPD): „Eine Kehrtwende im Fahrradverkehr kommt für uns nicht in Frage.“

Der Ex-Koalitionspartner der SPD sekundiert. Grünen-Fraktionschef Dr. Florian Roth weist darauf hin, dass „die Flächenkonkurrenz zwischen dem Radverkehr und dem Autoverkehr eine Tatsache“ ist. Fraktionskollege Herbert Danner fügt hinzu: „Die Konkurrenz zwischen dem Rad- und dem Autoverkehr etwa auf der Lindwurmstraße lässt sich nicht wegdiskutieren.“

Auch Christian Hierneis, Kreis-Chef des Bund Naturschutz, stellt sich die Frage, wie die CSU in einer eng bebauten Stadt Radler und Autofahrer trennen will: „Die Radwege-Bauoffensive ist nichts weiter als ein trojanisches Pferd, denn die CSU will nur dem Automobil zu mehr Fläche verhelfen.“

Man darf gespannt sein, wie SPD und CSU sich einigen werden. Streit gibt’s auf alle Fälle – hier zeigen wir zwei Beispiele:

Kapuzinerstraße

Jahrelang ist darüber gestritten worden, ob und wie man in der Kapuzinerstraße einen Radweg einrichten kann. Im Oktober 2013 eröffnete der damalige grüne Bürgermeister Hep Monatzeder die Radspur – auf Kosten von Fahrstreifen und Parkplätzen. Seitdem stehen die Autos dort häufig im Stau.

Rosenheimer Straße

Radler haben es in der Rosenheimer Straße nicht leicht. Zwischen Orleans- und Balanstraße gibt es keinen Radweg. Die gefährlichste Stelle befindet sich auf Höhe des Gasteigs, wo die Spur Richtung stadtauswärts abrupt endet – und 2009 eine Radlerin (23) ums Leben gekommen ist. Laut Koalitionsvertrag soll hier ein Radweg gebaut werden. Gleichzeitg sollen aber keine Fahrspuren verschwinden. Also geht es wohl den Parkplätzen an den Kragen. CSU-Stadtrat und Handwerkschef Georg Schlagbauer fordert „attraktive Alternativrouten“.

Johannes Welte

Warum sind unsere Mülleimer genoppt? 38 kuriose München-Fakten

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1. Alle Entfernungs-Angaben zu München auf Bayerns Autobahnen beziehen sich auf die Mariensäule. © dpa
2. Wenn man das gesamte Straßennetz der Stadt per Taxi durchqueren würde, dann müsste man etwa 3460 Euro löhnen. © dpa
3. In München gibt es 10 962 Künstler, in der Kulturwirtschaft sind 40 140 beschäftigt. © dpa
4. Rund 40 000 Tauben bevölkern München. © d pa
5. Durch Falschparker nimmt die Stadt im Jahr zirka 10,5 Millionen Euro ein. © dpa
6. Seit Thomas Seehaus (Symbolfoto) ist München Millionenstadt: Er kam am 15. September 1958 zur Welt. Eltern: Hubert (Kaminkehrermeister) und Brigitte aus Pasing. © dpa
7. Die Dienstumkleide-Kabinen der Polizeiinspektion 22 am Prinzregentenplatz befinden sich im ehemaligen Schlafzimmer Adolf Hitlers. © Kurzendörfer
8. In den U-Bahnhöfen Odeons- und Goetheplatz laufen seit dem Jahr 2000 ununterbrochen zwölf Klassik-Stücke – in einer 300-Minuten-Schleife. © Kurzendörfer
9. Der FC Bayern hat auf Facebook über sechs Millionen Fans – das sind mehr als die nachfolgenden zehn deutschen Fußballclubs zusammen. © dpa
10. 2011 zogen 112 947 Menschen nach München – Rekord der vergangenen 20 Jahre. © dpa
11. Eines der beiden Uhrenblätter am Isartor (hier das "andere") ist verkehrt herum angebracht. Das ist europaweit einmalig! © Schlaf
12. Die Abfalleimer sind genoppt, damit Wildplakatierer keine Chance haben. © Kurzendörfer
13. Würde man eine Linie zwischen dem Nordturm der Frauenkirche und dem Turm der Heilig-Geist-Kirche verlängern, würde sie genau nach Mekka führen. © dpa
14. Bei uns leben 30 828 Hunde, die täglich sechs Tonnen Hundekot erzeugen. © dpa
15. Eine Wiesnmass hat etwa so viel Alkohol wie acht Schnäpse. © dpa
16. Die Ziegen, die das Leder für neue Lederhosn für die Wiesn liefern, haben in Indien oder Pakistan gegrast. © dpa
17. In Hella­brunn sind 19 183 Tiere. © Tierpark Hellabrunn
18. Der kleinste Friedhof steht in Neuhausen und hat 175 Grabstätten. © Haag
19. Die laufenden Füße und die Augen des Tatort-Vorspanns wurden am Flughafen München-Riem gedreht. © dpa
20. Der Wolfsbrunnen am Kosttor zeigt Rotkäppchen und den Wolf, weil dessen Stifter Adolf Wolf hieß. © Emons Verlag
21. Die Klingel gehört zur Burschenschaft Stauffia (Stollbergstr. 16). © Emons Verlag
22. Das Wiesn-Riesenrad war das erste weltweit mit „Zacken“ – also außen aufgehängten Gondeln. © dpa
23. In den insgesamt 53 Pflegeheimen der Stadt liegt die Männerquote nur bei 21 Prozent. © dpa
24. Das nicht anerkannte, selbsternannte Fürstentum Seborga (Italien, 323 Einwohner) hat ein Konsulat in Bogenhausen. © Symbolfoto: dpa
25. München liegt südlicher als Wien (Foto). © dpa
26. Die erste Aufgabe des ersten namentlich bekannten Henkers Münchens, „Magister Haimpert“: Er hängte seinen Vorgänger (14. Jh.). © dpa
27. Die Frauenkirche war das erste deutsche Fotomotiv. © dpa
28. Die Knetmasse wurde im Jahr 1880 vom Münchner Apotheker Franz Kolb erfunden. © dpa
29. Die US-Hardrockband Mötley Crüe hat extra zwei Umlaute in ihren Namen einbauen lassen, weil Löwenbräu ihr Lieblingsbier ist. © dpa
30. Die Blattschneiderameise (Symbolfoto) Resi ist mit fünf Millimetern Länge das kleinste Tier Hellabrunns. © dpa
31. 248 Einwohner Münchens sind über 100 Jahre alt. © dpa
32. Früher verwendete man in einigen deutschen Gegenden das Wort „münchen“ für kastrieren. © dpa
33. Jeder Baum der Stadt muss eine Grundfläche von 24 qm und eine Mindestbreite von drei Metern zur Verfügung haben. © düa
34. Jimi Hendrix erfand sein Gitarrenschrotte am 9.11.66 in Schwabing ("Big Apple") © dpa
35. Eine über 300 Jahre alte Linde am Westfriedhof ist der älteste Baum der Stadt. © Jantz Sigi
36. Zur Wiesn-Zeit fahren die Rolltreppen schneller. © Schlaf
37. Die Monatsmiete der Tiefgarage im neuen Palais an der Oper kostet so viel wie der Hartz-IV-Monatsregelsatz: 375 Euro. © Schlaf
38. In München gibt es 50 000 leere Grabstätten. © Symbolfoto: Jantz

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