OB Dieter Reiter kämpft für Hanf-Anbau in München

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Bisher dürfen die städtischen Güter kein Medizinalhanf anbauen. SPD und Grüne wollen das ändern.

Der Hanf-Anbau in München ist wider Erwarten doch nicht vom Tisch. Zunächst war davon ausgegangen worden, dass sich die Verwaltung durchsetzt und den Anbau von medizinisch genutztem Cannabis in München untersagt.

Doch der Gesundheitsausschuss beschloss,dass sich die Stadt beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) dafür einsetzen wird, ein Pilotprojekt zur medizinischen Versorgung von schwerkranken Menschen auf den Weg zu bringen, und wird dazu einen Runden Tisch zu diesem Thema einberufen. Stadträtin Angelika Pilz-Strasser zeigte sich erfreut über die neue Weichenstellung: „Die Versorgungssituation bei Cannabis-Medikamenten ist nach wie vor prekär. Es ist daher richtig, neue Wege zu gehen, damit die Versorgung der schwerkranken Patienten gewährleistet und ihr Leiden gemildert werden kann.“

Hintergrund der Debatte sind Versorgungsengpässe. Der Hanfverband hatte sich im April des vorigen Jahres an die Stadt gewandt und eine Petition gestartet, um eben ein solches Pilotprojekt zu initiieren. Die Grünen hatten im Sommer bereits einen entsprechenden Antrag gestellt. In Deutschland wird nicht angebaut, das Hanf kommt größtenteils aus Kanada und den benachbarten Niederlanden.

Um die Lieferengpässe zu beheben, wollte die SPD im Dezember in einer Anfrage wissen, ob der „Anbau von Medizinalhanf auf den Stadtgütern Münchens“ rechtlich möglich sei. Die Frist für das Pilotprojekt ist allerdings bereits Mitte Dezember abgelaufen. Ähnlich wie die Grünen wollen auch die Genossen den Hanfanbau, daher hat die SPD einen Änderungsantrag durchgebracht, der OB Dieter Reiter um Intervention bei der Bundesregierung bittet.

Der Rathauschef schrieb gestern in einer ersten Reaktion: „Ich werde mich gerne bei der Bundesregierung dafür einsetzen, dass wir in München Medzinalhanf auf den städtischen Gütern anbauen dürfen. Viele Schmerzpatienten sind auf bestimmte Cannabis-Sorten als Medikament angewiesen, die leider bisher nicht in ausreichendem Maße verfügbar sind. Ich bin überzeugt, dass wir auch als Kommune einen wirksamen Beitrag leisten könnten.“

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