4500 Münchner auf dem Marienplatz

OB fordert auf Maikundgebung: Arbeit muss sich wieder lohnen

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OB Reiter bei seiner Rede am ­Marienplatz.

Gut 4500 Menschen demonstrierten am Montag bei der Maikundgebung am Marienplatz – mehr als im Vorjahr. Das Motto lautete: „Wir sind viele. Wir sind eins.“ Die Redner, unter ihnen auch OB Dieter Reiter (SPD), riefen zu mehr Steuergerechtigkeit auf, forderten ausreichende Renten und beklagten Lohndumping sowie die Tarifflucht von Betrieben.

München - Der Tag der Arbeit ist traditionell ein Tag der sozialpolitischen Forderungen. Vor 127 Jahren riefen die Gewerkschaften erstmals zu Kundgebungen auf, damals wie heute auch in München. Knapp 5000 Bürger dürften es gewesen sein, die zunächst vom Gewerkschaftshaus an der Schwanthalerstraße durch die Innenstadt zogen und schließlich am Marienplatz der Kundgebung beiwohnten. Die Münchner DGB-Vorsitzende Simone Burger wies darauf hin, dass die Gewerkschaften das Wahljahr nutzen wollten, um auf Missstände aufmerksam zu machen und Themen zu setzen. Burgers Appell: „Lasst uns dieses Land gerechter machen.“ Immer mehr Rentner, immer mehr Kinder seien von Sozialhilfe abhängig. Demgegenüber besäßen zehn Prozent der reichsten Haushalte die Hälfte des Nettovermögens.

OB Reiter betonte, die Arbeitnehmer bräuchten „eine laute Stimme vor der Bundestagswahl“. Sie seien es, die die Voraussetzung für eine florierende Wirtschaft schaffen würden. „Schluss mit grundlosen Befristungen und den Ausbau von Arbeitsplätzen im Billiglohnsektor“, forderte der OB unter dem Beifall der Zuhörer. Dass Kapitalvermögen niedriger besteuert würden als „harte, tägliche Arbeit“ sei für ihn „ein Wahnsinn“, der endlich beendet werden müsse. Reiter setzte sich überdies für eine gerechtere Rentenpolitik ein: „Es kann nicht sein, dass Rentner in München Pfandflaschen sammeln müssen, um sich ein halbwegs vernünftiges Leben leisten zu können.“

Hauptrednerin Andrea Kocsis, stellvertretende Verdi-Vorsitzende, trat für ein stabiles Rentenniveau ein. „Das ist Voraussetzung für ein Leben in Würde im Alter.“ Weder die Arbeitgeber noch der Staat dürften aus ihrer Verantwortung entlassen werden. Kocsis setzte sich für eine Anhebung der Beitragshöhe und eine steuerliche Mitfinanzierung ein.

Klaus Vick

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