OB-Kandidat Dieter Reiter: Jetzt wird’s ernst!

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OB-Kandidat Dieter Reiter.

München - Oberbürgermeister-Kandidat Dieter Reiter hält am Montag seine erste große Rede. Da wird selbst OB Christian Ude schweigen.

Gestern war er noch der SPD-Kandidat, der es bei der Kommunalwahl 2008 nicht in den Gemeinderat von Straßlach-Dingharting schaffte (SPD: 7,4 Prozent!). Und am Montag soll er den Parteitag der Münchner SPD begeistern – schließlich will er OB der größten Kommune der Republik werden. Von der 2963-Seelen-Gemeinde in die 1,4-Millionen-Metropole: Es wird ernst, Herr Reiter!

Er sei schon aufgeregt, verrät Dieter Reiter der tz. „Ich habe Respekt vor so einem Auftritt. Schließlich habe ich ein Jahr auf diesen Termin hin gearbeitet.“ Parteipolitisch ist er bisher kaum aufgefallen, er hat sich in der Verwaltung vom Sachbearbeiter zum Wirtschaftsreferenten hoch gearbeitet. „Das wird seine erste große Rede“, sagt auch der Münchner SPD-Chef Hans-Ulrich Pfaffmann.

So verändert München sein Gesicht

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Das weckt Erwartungen: Kann er Sozi? Kann er Wahlkampf? So richtig mit aufgekrempelten Ärmeln? Kann er OB? Nicht nur die rund 120 Delegierten kommen am Montagabend ins Bürgerzentrum Trudering, sondern alle rund 5000 Münchner Mitglieder sind eingeladen, den Genossen Reiter über seine Vision der „Zukunft Münchens“ reden zu hören, so sein Thema.

Auch OB Christian Ude wird anwesend sein – aber zugunsten Reiters schweigen. So kann Ude seinem kommunalen Kandidaten nicht derart die Show stehlen, wie er es sogar dem möglichen Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück mit einer glänzenden Rede beim Bundesparteitag in Berlin in dieser Woche vorgemacht hat. Die parteipolitische Programmrede wird Bürgermeisterin Christine Strobl halten über „Die Münchner Stadtpolitik – eine Erfolgsgeschichte der SPD“.

Kein Grund zur Gelassenheit: Reiter hat nicht nur Freunde in der Münchner SPD, erst recht, nachdem er auf dem Weg zur Kandidatur Sozialreferentin Brigitte Meier und Fraktionschef Alexander Reissl auf der Strecke gelassen hat. Mancher Genossin ist er gewissermaßen zu wenig weiblich, manchen als Wirtschaftsreferent zu unternehmerfreundlich, anderen zu wenig sozialdemokratisch. Bei seinen Vorstellungen in den Ortsvereinen wärmte er die roten Herzen mit bundespolitischen Themen wie Mindestlohn oder persönlichen Geschichten – zum Beispiel, wie er in den 60er-Jahren als kleiner Bub an der Hand seines Vaters an den Haustüren der Sendlinger Genossen den Mitgliedsbeitrag kassierte.

Die Noten für die Rede erhält Reiter postwendend: In einer offenen Abstimmung sollen ihn die Delegierten zur Kandidatur auffordern – mit möglichst großer Mehrheit natürlich. Im Oktober hatten bereits 33 der 44 Ortsvereine eindeutig für ihn votiert. Einen endgültigen Beschluss kann wegen des Wahlgesetzes erst ein Parteitag im Herbst 2013 fällen.

David Costanzo

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