Premiere für OB-Kandidat Dieter Reiter

+
Dieter Reiter nahm Münchens Probleme unter die Lupe.

München - Bei seiner ersten großlen Rede OB-Kandidat der SPD nahm Dieter Reiter Münchens Probleme unter die Lupe. Das sind seine Visionen:

Am Ende steht er dann erleichtert, aber auch etwas hilflos im Blitzlicht und hebt beide Hände, um den Applaus zu dämpfen. „Ich wusste gar nicht, dass der schwierigste Moment am Schluss ist“, sagt der SPD-OB-Kandidat Dieter Reiter. „Wir werden siegen!“, ruft er noch. Auf dem Parteitag der Münchner SPD am Montagabend im Kulturzentrum Trudering hat der Wirtschaftsreferent seine Vision der Stadt vorgestellt. Es war seine erste große Rede – und das merkte man manchmal auch.

Eine Stunde Redezeit, 22 Seiten Manuskript: Reiter hat sich viel vorgenommen. Die wichtigsten Themen der Stadt, den politischen Gegner – inklusive Grünen, die Finanzkrise, die SPD und der lange Wahlkampf – der Kandidat hat wenig ausgelassen und manchmal auch die Lupe ausgepackt. Das Thema Wohnen packt er als erstes an: „Wir müssen die Mieter vor Spekulanten und Luxussanierern schützen!“ Dafür setze er auf das Umwandlungsverbot von Miet- in Eigentumswohnungen, das die SPD mit einem Ministerpräsidenten Christian Ude nach den Wahlen 2013 und 2014 im Freistaat endlich durchsetzen werde.

So arbeitet er sich von Thema zu Thema – von der Sicherheit über die rechtsextremen Morde („München hat die Nazis satt!“), Bildung, Kinderbetreuung, Verkehr („Der S-Bahn-Ausbau ist längst überfällig.“) hin zu Wirtschaft und Wachstum. Seine wichtigste Frage: „Wie schaffen wir es, dass die normalen Leute auch in Zukunft noch in München leben können?“ – und das in den finanziell „vielleicht schwierigsten Jahren seit dem Zweiten Weltkrieg“. Reiters Antwort: „Wir wollen die stärken, denen es nicht so gut geht und dafür sorgen, dass niemand in unserer Stadt verloren geht.“ Da fahren die Genossen Reiter endlich einmal mit ihrem Klatschen ins Wort. Und am lautesten werden sie, wenn der Kandidat gegen die CSU wettert: „Wie im Schlafwagen möchten die sich ins Rathaus schnarchen.“ Da lacht auch der OB. Am Schluss schenken die 120 Delegierten Dieter Reiter eineinhalb Minuten Applaus und eine einstimmige Aufforderung zur Kandidatur.

Bei der Polit-Prominenz geht das Urteil auseinander: „Keine glatte Note 1“ mochte der OB vergeben, aber immerhin eine „1 bis 2“. Gattin Petra Reiter war mächtig stolz auf ihren Dieter, der ihr auf der großen Bühne sehr gefallen habe. Bürgermeisterin Christine Strobl sagte, auch ein Ude habe nicht so angefangen, wie man ihn heute kenne. Reiter sei ein „Megada“, wie man auf altbayerisch sagt, einer, der einem sofort sympathisch ist. Die ausgestochenen Kandidaten mochten sich ihrer Stimme enthalten: Sozialreferentin Brigitte Meier, weil sie früh entschwand. Und Fraktionschef Alexander Reissl, weil er nichts sagen wollte.

David Costanzo

auch interessant

Meistgelesen

Münchnerin ärgert sich über Vodafones miese TV-Masche 
Münchnerin ärgert sich über Vodafones miese TV-Masche 
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
Großeinsatz in Flüchtlingsunterkunft am OEZ
Großeinsatz in Flüchtlingsunterkunft am OEZ
Das Sex-Rätsel um den Top-Manager
Das Sex-Rätsel um den Top-Manager

Kommentare