Das ist der OB-Kandidat Nummer 1!

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Dieter Reiter hat gute Aussichten.

München - "Ja, ich will." Er hat’s gesagt! Wirtschaftsreferent Dieter Reiter würde gerne OB werden. Christian Ude selbst spricht von vier Kandidaten. Wir erklären, wie die OB-Suche läuft.

"Ja, ich will." Er hat’s gesagt! Wirtschaftsreferent Dieter Reiter würde gerne OB werden. Das hat er während eines Redaktionsbesuchs beim tz-Schwesterblatt Münchner Mer kur erstmals klar und deutlich ausgesprochen. Schluss mit der Zurückhaltung, die sich der 52-jährige SPD-Mann nach der für ihn höchst medienwirksamen Wiesn 2010 in den letzten zwei Monaten auferlegt hat – der erste Hut für die Wahl 2014 liegt nach Reiters explizitem Bekenntnis im Ring.

OB Ude hört 2014 auf: Neun mögliche Nachfolger

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„Inhaltlich hat sich dadurch nichts geändert“, stellt Reiter der tz gegenüber fest. „Es gibt immer noch eine ganze Reihe möglicher Kandidaten.“ Er sieht nicht nur Alexander Reissl (52), Chef der Rathaus-SPD, als potenziellen Mitbewerber; Reissl wird häufig als einziger Konkurrent im Wettstreit um die Kandidatur genannt. Für den Straßlacher gehören auch SPD-Vorsitzender Hans-Ulrich Pfaffmann (55) und Sozialreferentin Brigitte Meier (45) dazu. Reiter: „Wenn die Partei eine Frau will, läuft es auf Brigitte zu; sie macht ja einen guten Job.“ Und: „Sie ist jünger.“

Jedenfalls habe Reiter nach „zwei intensiven Jahren mit dem OB“ festgestellt, dass er diesen „Traumjob“ gerne übernehmen würde. „Finanzer“ Reiter, der den größten Teil seiner Verwaltungskarriere in der Stadtkämmerei verbracht hat, rechnet sich bei einer Kandidatur gute Chancen aus. „Wenn ich etwas mache, mach ich’s g’scheit.“ Nachdem OB Christian Ude noch im Sommer 2010 nicht weniger als neun mögliche Persönlichkeiten für seine Nachfolge aufgezählt hatte, haben sich „ein paar schon zurückgezogen“, so Reiter. Am bedeutsamsten war sicher die Entscheidung von Bürgermeisterin Christine Strobl (49), sich nicht zur Verfügung zu stellen. Sie wollte sich und ihren Kindern so kurz nach ihrer Krebserkrankung eine solche Belastung nicht zumuten.

Der Zufall wollte es, dass Reiter kurz darauf mit der Historischen Wiesn und seinem beherzten Vorgehen gegen Hippodrom-Wirt Sepp Krätz punkten konnte; der war durch ruppigen Umgang mit seinem Personal negativ aufgefallen. Mit seinem Einschreiten fiel Reiter dem Langzeit-OB Ude abermals positiv auf. Seither macht Udes Spruch, er werde zu gegebener Zeit „Ross und Reiter“ für seine Nachfolge nennen, die Runde.

Dass er sich damit schon auf das Zugpferd Reiter für die OB-Wahl 2014 festgelegt habe, möchte Ude damit nicht gesagt haben – dass sich der Wirtschaftsreferent zu seiner Bereitschaft bekannt hat, freut ihn nun trotzdem. Weitere Bewerber hätten noch dieses Jahr Zeit, ihren Willen zu bekunden. Im Rennen sind für Ude „die vier, die nicht Nein gesagt haben“. Brigitte Meiers Wirken im Sozialreferat lobt Ude als „wunderbar“: Meier sei eine „aktive und charismatische Sozialpolitikerin“.

Entscheiden wird schließlich die Partei, sprich die Delegierten der Ortsvereine. „Die sind ziemlich autark“, konstatiert Reiter, und deshalb ist er dort bereits unterwegs. Erst letzte Woche besuchte er den Jahresempfang der SPD Hasenbergl. Reiter: „Ich bin ja in der Münchner SPD nicht so vernetzt, die Leute wollen sich eine Person erst mal anschauen und sich eine Meinung bilden.“ Die Genossen seien ihm gegenüber sehr offen gewesen. Der Wirtschaftsreferent wird seine Tournee fortsetzen. Eine Kampfkandidatur werde sich die Partei nicht antun, ist sich Reiter sicher. „Dafür sorgt Uli Pfaffmann.“

Wenn Reiter, Vater dreier erwachsener Söhne, von der Partei aufgestellt wird, ist sein erstes Vorhaben: Wohnungssuche in München mit seiner Frau Petra.

Barbara Wimmer

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