Das ist der OB-Kandidat Nummer 1!

Dieter Reiter hat gute Aussichten.
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Dieter Reiter hat gute Aussichten.

München - "Ja, ich will." Er hat’s gesagt! Wirtschaftsreferent Dieter Reiter würde gerne OB werden. Christian Ude selbst spricht von vier Kandidaten. Wir erklären, wie die OB-Suche läuft.

"Ja, ich will." Er hat’s gesagt! Wirtschaftsreferent Dieter Reiter würde gerne OB werden. Das hat er während eines Redaktionsbesuchs beim tz-Schwesterblatt Münchner Merkur erstmals klar und deutlich ausgesprochen. Schluss mit der Zurückhaltung, die sich der 52-jährige SPD-Mann nach der für ihn höchst medienwirksamen Wiesn 2010 in den letzten zwei Monaten auferlegt hat – der erste Hut für die Wahl 2014 liegt nach Reiters explizitem Bekenntnis im Ring.

OB Ude hört 2014 auf: Neun mögliche Nachfolger

OB Ude hört 2014 auf: Neun mögliche Nachfolger

OB Ude hört auf: Neun mögliche Nachfolger
Die 49-jährige frühere Stadträtin (1990-2001) ist seit sechs Jahren Witwe. Ihre Kinder Michi und Maria erzieht sie allein. Seit 2006 ist Strobl Bürgermeisterin; sie arbeitete auch während ihrer Krebstherapie von September 2009 bis zum Frühjahr weiter. Ihre Bereiche: Soziales, Schule und Sport, Kommunales und IT. Allerdings hat sich Strobl bereits gegen eine Kandidatur entschieden - aus gesundheitlichen Gründen. © Haag
OB Ude hört auf: Neun mögliche Nachfolger
Inzwischen hat sich der Politikwissenschaftler sich zum geschäftsführenden Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (Region München) hochgearbeitet. Den Sprung in den Stadtrat verfehlte der Vater einer kleinen Tochter vor zwei Jahren. 2014 ist Frey 37 – drei Jahre älter als Hans-Jochen Vogel bei seiner ersten Wahl zum OB war. © Wimmer
OB Ude hört auf: Neun mögliche Nachfolger
Sollte nichts dazwischenkommen, wird der Mann einmal Nachfolger von SWM-Chef Kurt Mühlhäuser. Bieberbachs bisheriger Weg ist beeindruckend. Einser-Abschlüsse vom Abitur bis zur Promotion. Er ist verheiratet und hat ein Kind. © Westermann
OB Ude hört auf: Neun mögliche Nachfolger
2002 drängte es ihn zurück an die Uni. 2010 forderte er den LMU-Präsidenten Bernd Huber heraus, und unterlag bei der Wahl trotz Unterstützung aus der Studentenschaft. Nida-Rümelin ist seit 2001 mit Nathalie Weidenfeld verheiratet und hat zwei Töchter. © dpa
OB Ude hört auf: Neun mögliche Nachfolger
Der 55-jährige Manager ist studierter Germanist und Politologe. Von 1990 bis 1995 war der engagierte Gewerkschafter Stadtrat. Demnächst muss sich die Messe finanziell selbst tragen. Wenn Dittrich es schafft, das Defizit abzubauen, ist ihm alles zuzutrauen! © Schlaf
OB Ude hört auf: Neun mögliche Nachfolger
Sozialpädagogin Meier, quirlig und redegewandt, wurde zeitweise als Nachfolgerin von Bürgermeisterin Gertraud Burkert gehandelt. 2006 machte aber Fraktionskollegin Christine Strobl das Rennen. OB Ude lobt die frischgebackene Sozialreferentin als „charismatisch“ – keine schlechte Eigenschaft für eine Kandidatin. © Haag
OB Ude hört auf: Neun mögliche Nachfolger
Die ist eine Etage unter dem OB-Büro – wo Reiter keinesfalls hinstrebt, wie er versichert. Sein neues Amt füllt er zur höchsten Zufriedenheit von OB Ude aus. Ihm gefällt es, wie der „bodenständige“ Reiter Bosse städtischer Gesellschaften (sogar der Stadtwerke) an die Kandare nimmt. Er gilt als Geheimfavorit. © Haag
OB Ude hört auf: Neun mögliche Nachfolger
2009 übernahm er das Amt des Münchner SPD-Chefs von Franz Maget. Als solcher gehört er automatisch zu den potenziellen Kandidaten. Große Begeisterung konnte er bisher weder in der SPD entfachen, noch für die SPD. © dpa
OB Ude hört auf: Neun mögliche Nachfolger
Der raue Umgangston des 52-Jährigen hat die Zusammenarbeit des rot-grünen Rathausbündnisses nicht leichter gemacht. Er bekennt sich zu seiner Aufgabe, „die Sozialdemokratie zu vertreten“, nicht Rot-Grün. Im der Diskussion um den aktuellen Klinikskandal stellte er sich aber unmissverständlich hinter den heftig kritisierten grünen Bürgermeister Hep Monatzeder. © Bodmer

„Inhaltlich hat sich dadurch nichts geändert“, stellt Reiter der tz gegenüber fest. „Es gibt immer noch eine ganze Reihe möglicher Kandidaten.“ Er sieht nicht nur Alexander Reissl (52), Chef der Rathaus-SPD, als potenziellen Mitbewerber; Reissl wird häufig als einziger Konkurrent im Wettstreit um die Kandidatur genannt. Für den Straßlacher gehören auch SPD-Vorsitzender Hans-Ulrich Pfaffmann (55) und Sozialreferentin Brigitte Meier (45) dazu. Reiter: „Wenn die Partei eine Frau will, läuft es auf Brigitte zu; sie macht ja einen guten Job.“ Und: „Sie ist jünger.“

Jedenfalls habe Reiter nach „zwei intensiven Jahren mit dem OB“ festgestellt, dass er diesen „Traumjob“ gerne übernehmen würde. „Finanzer“ Reiter, der den größten Teil seiner Verwaltungskarriere in der Stadtkämmerei verbracht hat, rechnet sich bei einer Kandidatur gute Chancen aus. „Wenn ich etwas mache, mach ich’s g’scheit.“ Nachdem OB Christian Ude noch im Sommer 2010 nicht weniger als neun mögliche Persönlichkeiten für seine Nachfolge aufgezählt hatte, haben sich „ein paar schon zurückgezogen“, so Reiter. Am bedeutsamsten war sicher die Entscheidung von Bürgermeisterin Christine Strobl (49), sich nicht zur Verfügung zu stellen. Sie wollte sich und ihren Kindern so kurz nach ihrer Krebserkrankung eine solche Belastung nicht zumuten.

Der Zufall wollte es, dass Reiter kurz darauf mit der Historischen Wiesn und seinem beherzten Vorgehen gegen Hippodrom-Wirt Sepp Krätz punkten konnte; der war durch ruppigen Umgang mit seinem Personal negativ aufgefallen. Mit seinem Einschreiten fiel Reiter dem Langzeit-OB Ude abermals positiv auf. Seither macht Udes Spruch, er werde zu gegebener Zeit „Ross und Reiter“ für seine Nachfolge nennen, die Runde.

Dass er sich damit schon auf das Zugpferd Reiter für die OB-Wahl 2014 festgelegt habe, möchte Ude damit nicht gesagt haben – dass sich der Wirtschaftsreferent zu seiner Bereitschaft bekannt hat, freut ihn nun trotzdem. Weitere Bewerber hätten noch dieses Jahr Zeit, ihren Willen zu bekunden. Im Rennen sind für Ude „die vier, die nicht Nein gesagt haben“. Brigitte Meiers Wirken im Sozialreferat lobt Ude als „wunderbar“: Meier sei eine „aktive und charismatische Sozialpolitikerin“.

Entscheiden wird schließlich die Partei, sprich die Delegierten der Ortsvereine. „Die sind ziemlich autark“, konstatiert Reiter, und deshalb ist er dort bereits unterwegs. Erst letzte Woche besuchte er den Jahresempfang der SPD Hasenbergl. Reiter: „Ich bin ja in der Münchner SPD nicht so vernetzt, die Leute wollen sich eine Person erst mal anschauen und sich eine Meinung bilden.“ Die Genossen seien ihm gegenüber sehr offen gewesen. Der Wirtschaftsreferent wird seine Tournee fortsetzen. Eine Kampfkandidatur werde sich die Partei nicht antun, ist sich Reiter sicher. „Dafür sorgt Uli Pfaffmann.“

Wenn Reiter, Vater dreier erwachsener Söhne, von der Partei aufgestellt wird, ist sein erstes Vorhaben: Wohnungssuche in München mit seiner Frau Petra.

Barbara Wimmer

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