Von der SPD nominiert

OB-Kandidat: Rekordergebnis für Reiter

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Dieter Reiter nach seiner Wahl.

München - Das Ende der Ära Christian Ude (SPD) ist endgültig angebrochen: Eingeläutet hat es sein Wunschnachfolger Dieter Reiter. Er wurde mit einem Rekordergebnis zum OB-Kandidaten gewählt.

 „Mit mir gibt es kein „Weiter so“, sagte der Wirtschaftsreferent bei seiner offiziellen Nominierung zum OB-Kandidaten beim SPD Parteitag gestern Abend. „München kann mehr! München ist mehr!“ Die Genossen danken es ihm mit dem Rekordergebnis von 99 Prozent – das hat selbst Ude wohl noch nicht geschafft.

Reiter lobt München, lobt den OB – rückt aber gleichzeitig von ihm ab: Er präsentiert sich als Veränderer, als Macher. „Damit München München bleibt.“ So lautet auch das neue Wahlkampf-Motto. Vielleicht ist es kein Zufall, dass der OB nicht da ist, sondern mit Gattin Edith im Urlaub auf Mykonos weilt, von wo aus er den Genossen einen Brief schrieb.

Die größten Probleme will Reiter zur Chefsache machen: Beim Wohnungsbau und beim Kampf gegen Leerstand verspricht er eine „Task Force Stadtentwicklung“ im OB-Büro. „Damit Entscheidungen schneller getroffen und umgesetzt werden.“ Bei den Pleite-bedrohten städtischen Kliniken will er Chef des Aufsichtsrats werden, was Ude immer noch ablehnt. Reiter schließt dabei Stellenabbau offenbar nicht aus: „Unser Ziel ist, die Kliniken und die Arbeitsplätze – soweit irgend möglich – zu erhalten.“

Überhaupt soll in der Verwaltung alles schneller gehen – von der Sanierung der Schultoiletten bis hin zu flexibleren Öffnungszeiten der Kitas.

Als Ort des Parteitags haben sich die SPD-Oberen dazu passend die BMW-Welt ausgesucht: zukunftsgewandt, modern, nah an der Wirtschaft soll Reiter wirken. Und das Ergebnis überwältigt dann die Genossen: 113 von 114 stimmen für Reiter. Damit ist er der letzte offiziell nominierte OB-Kandidat der großen Parteien. Und der mit dem besten Ergebnis bei den eigenen Leuten – Josef Schmid (CSU) holte 97 Prozent, Sabine Nallinger (Grüne) und Michael Mattar (FDP) jeweils 94 Prozent. Dass es nach der Ära Ude ein harter Wahlkampf bis zum 16. März 2014 wird, ist allen klar, allen voran dem OB selbst. In seinem Brief verspricht er den Genossen, für Reiter in den Wahlkampf zu gehen: „Wir alle kämpfen für die Verteidigung des OB-Amtes!“

David Costanzo

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