OB-Rennen: Schopper zieht Bewerbung zurück

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Theresa Schopper nimmt Rücksicht auf die Ambitionen ihres Mannes.

München - Das Rennen um den OB-Posten ist wieder um einen Namen ärmer: Grünen-Landesvorsitzende Theresa Schopper wird 2014 nicht antreten. Der Grund ist ein familiärer. Jetzt sind es nur noch sechs Kandidaten.

Der Grund für Schoppers Rückzug sind die Ambitionen ihres Mannes Boris Schwartz als Kommunalreferent (siehe unten). Als Oberbürgermeisterin wäre sie seine Chefin. Schopper: „Eine zeitgleiche Kandidatur von mir um den OB-Sessel wäre zwar rechtlich möglich, aber mit meinem Politikverständnis nicht vereinbar.“ Und weiter: „Ich will jeden Eindruck vermeiden, dass die Familie Schwartz/Schopper die Stadtgeschicke vom Küchentisch aus in die Hand nimmt und etwaigen Interessenskonflikten von vornherein eine klare Absage erteilen.“ Von Schoppers Rückzug profitiert vor allem die Mitbewerberin und Stadträtin Sabine Nallinger, da an der Grünen-Basis viele für eine Frau auf dem OB-Sessel plädieren. „Ich trete aber nicht an, weil ich eine Frau bin, sondern Lust aufs politische Gestalte habe“, so Nallinger. Über Schoppers Rückzug sagt sie: „Damit zeigt sie politische Größe.“ Ihr interner Rivale, Bürgermeister Hep Monatzeder, muss nun viel Überzeugungsarbeit leisten. Zumal er aus Altersgründen nur noch für eine Amtsperiode zur Verfügung stünde und bei der Basis in Ungnade fiel, da er sich gegen das von ihr beschlossene Kandidaten-Casting sträubte. Außerdem ist er ein Mann...

Die falsche Geschlecherkarte hat auch Mitbewerber Nikolaus Hoenning. Doch der ist zuversichtlich: „Ich denke dass ich die Partei überzeugen kann mit meinen Schwerpunkten direkte Demokratie, Transparenz und Bürgerbeteiligung.“ Die SPD schickt Wirtschafsreferent Dieter Reiter ins Rennen. CSU und FDP ihre Fraktionschefs Josef Schmid und Michael Mattar nominieren.

Grüne Karriere dank Parteibuch?

Boris Schwartz.

Am dienstag läuft die Bewerbungsfrist für den neuen Kommunalreferenten ab. Die Stelle wurde überraschend frei, weil die bisherige Referentin Gabriele Friderich zum 1. September als Umweltstaatssekretärin nach Bremen ging. Gestern gab auchGrünen-Stadtrat Boris Schwartz seine Bewerbung ab. Neben ihm gibt es schon 20 weitere Bewerber, die künftig die Geschicke der Müllabfuhr, der Großmarkthalle, des Viktualienmarkts, des Schlachthofs und der Stadt-Immobilien gestalten wollen. Dass Schwartz der neue Kommunalreferent wird, ist sicher, denn die Grünen haben laut Koalitionsvertrag mit der SPD das Vorschlagsrecht für den Posten.

„Wir unterstützen einhellig Boris’ Bewerbung als Kommunalreferent“, so Grünen-Fraktionschef Sigi Benker. „Wir kennen ihn und seine Arbeit seit 17 Jahren und sind überzeugt, dass er der richtige Mann für den Posten ist.“ Dabei haben die Grünen noch nicht einmal die 20 anderen Bewerbungen gesehen...

Kritik kommt darum umgehend vom ehemaligen Grünen-Stadtvorsitzenden und OB-Bewerber Nikolaus Hoenning: „Wir haben erst einstimmig beschlossen, dass die Stadt korporatives Mitglied bei transparency international werden soll. Und da verbietet sich eine Postenbesetzung nach Parteibuch.“ Nur die Qualifikation dürfe zählen. Tatsächlich verfügt Schwartz weder über einen Universitätsabschluss noch über Erfahrung als Führungskraft. Eine der beiden Voraussetzungen müsste er aber erfüllen, doch die Regierung von Oberbayern könnte eine Ausnahme genehmigen. Schwartz selbst erklärt: „Ich habe 15 Jahre Erfahrung als Planunssprecher der Stadtrats-Grünen und hatte bei der Olympiabewerbungsgesellschaft als Gestalter des Umweltkonzepts einen verantwortungsvollen Job.“

J. Welte

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