OB Ude beantwortet tz-Leserfrage

Warum wird eine Hundesteuer verlangt?

+
Ein Hund neben der Münchner Steuermarke

München - OB Christian Ude beantwortet Fragen von tz-Lesern - diesmal fragt sich eine Bürgerin, warum eine Hundesteuer erhoben wird, aber keine etwa für Katzen.

Frage:

Keine Angst, ich bezahle die Hundesteuer gerne für meinen Hund, der aus dem Berliner Tierheim stammt. Ich frage mich nur, wofür die Hundesteuer denn erhoben wird, nachdem es ja keine Katzen-, Hasen- oder Wellensittichsteuer gibt. Im Amt wurde mir versichert, dass es nicht um die Beseitigung der Hinterlassenschaften der Vierbeiner geht. Worum denn dann? In der tz war zu lesen, dass es in München etwa 31 000 Hunde gibt, da kommen etwa drei Millionen Euro zusammen. Warum nicht für das Tierheim, das aus allen Nähten platzt?

Angelika Thaller, per E-Mail

Antwort:

Die Landeshauptstadt München erhebt wie nahezu alle deutschen Städte und Gemeinden eine Hundesteuer. Bereits im Jahre 1796 wurde in Großbritannien eine staatliche Hundesteuer eingeführt. Die meisten europäischen Länder folgten. Die Staaten waren der Ansicht, dass jemand, der es sich leisten kann, Tiere zu halten, die keine Nutztiere sind, daneben auch noch genug Geld haben muss, um dafür einen Sonderbeitrag zu zahlen.

Heute handelt es sich bei der Hundesteuer um eine kommunale Aufwandssteuer. Sie dient ebenso wie die übrigen kommunalen Steuern als öffentlich-rechtliche Abgabe, der keine bestimmte Leistung gegenübersteht. Die Gemeinden regeln die Höhe der Steuer, weshalb der Steuersatz von Gemeinde zu Gemeinde erheblich variiert. München gehört zu den deutschen Großstädten mit den günstigsten Hundesteuersätzen und hat den Steuersatz erstmals seit 1997 im Jahr 2011 erhöht (100 € bzw. für Kampfhunde 800 € im Jahr). Im Jahr 2011 nahm die Stadt 2,8 Millionen € an Hundesteuer ein.

Nach dem Gesamtdeckungsprinzip fließen die Einnahmen in die Finanzierung des allgemeinen Haushalts und kommen somit allen kommunalen Aufgaben der Stadt zugute. Das bedeutet also, dass Ihre Hundesteuer nicht dazu dient, die Kosten beispielsweise für Kotbeseitigung oder Hundetütenspender zu begleichen, sondern sie wird vor allem zur Finanzierung insbesondere sozialer, kultureller, schulischer und wirtschaftlicher Maßnahmen der Stadt für ihre Bürgerinnen und Bürger verwendet. Dazu gehört auch der Tierschutz. Für das Tierheim werden fast 500 000 € pro Jahr von der Stadt ausgegeben!

Auch interessant

Meistgelesen

Jetzt bestätigt: Dieser Flagship-Store kommt bald in die Innenstadt
Jetzt bestätigt: Dieser Flagship-Store kommt bald in die Innenstadt
Reiter und Herrmann verteidigen zweite Stammstrecke gegen 650 Gegner
Reiter und Herrmann verteidigen zweite Stammstrecke gegen 650 Gegner
FCB-Meisterfeier: Sperrungen, Kontrollen und keine U-Bahn 
FCB-Meisterfeier: Sperrungen, Kontrollen und keine U-Bahn 

Kommentare