Herr OB Ude, warum ist die Hundesteuer so hoch?

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Hundert Euro Steuer müssen Münchner ab 2011 für ihre Zamperl zahlen, das ärgert viele.

München - Münchens Oberbürgermeister Christian Ude beantwortet für die tz Leserfragen. Diesmal geht es um die Höhe der Hundesteuer in München.

Frage: Für eine „kleine Erhöhung“ hätte ich ja vielleicht noch Verständnis zeigen können, aber die Hundesteuer gleich von 76 Euro auf 100 Euro zu erhöhen, halte ich schlichtweg für eine Unverschämtheit. Weder freilaufende Katzen, noch Pferde werden besteuert. Warum Hunde? Ich räume pflichtbewusst die Hinterlassenschaften meines Vierbeiners auf, aber ob in Anbetracht dieser Erhöhung alle Hundebesitzer so denken, bezweifle ich.

Monika Thomas, per e-mail

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Antwort: München hat seit 20 Jahren die Hundesteuer nicht mehr erhöht. Im selben Zeitraum sind die Verbraucherpreise um über 42 Prozent gestiegen. Dahinter bleibt der Anstieg bei der Hundesteuer weit zurück mit 30 Prozent. Wäre es Ihnen lieber gewesen, wenn Sie schon in den vergangenen Jahren ständig Erhöhungen hätten hinnehmen müssen? Dann wäre der Sprung jetzt nicht so hoch …

Auch mit dem neuen Hundesteuersatz von 100 Euro zählt München zu den bundesdeutschen Städ-ten mit den niedrigsten Sätzen bei der Hundesteuer. In Köln beträgt sie über 150 Euro, in Dortmund und Essen über 140 Euro, in Nürnberg und Duisburg über 130 Euro, in Bremen, Berlin und Hannover 120 Euro und auch in Stuttgart und Dresden ist sie geringfügig höher. Außerdem wird München auch in Zukunft für Zweithunde keine erhöhte Steuer verlangen. In Frankfurt hingegen muss man für den zweiten Hund 180 Euro (!) berappen. Und noch eine gute Nachricht: Die Stadtkämmerei gewährt bedürftigen Hundehaltern nach entsprechender Einzelfallprüfung einen vollständigen Erlass der Hundesteuer. Es hat schon seine Gründe, dass mir Ende letzten Jahres der „Goldene Fressnapf“ für die hundefreundlichste deutsche Stadt überreicht worden ist!

Und wie ist das mit den Katzen? Ganz einfach. Keine einzige Kommune im ganzen Bundesgebiet erhebt eine Katzensteuer, weil sich das Leben der Katzen halt meist hinter geschlossenen Türen abspielt und sich kaum kontrollieren lässt, so dass nur mit minimalem Ertrag zu rechnen ist. Nur Kempten hat es einmal mit einer Katzensteuer versucht. Sie wurde 1923 eingeführt. Sie sollte dem Schutz der Singvögel dienen und war deshalb von den Vogelschutzverbänden gefordert worden.

Der Nutzen war nahe Null, ebenso wie der Ertrag – der Aufwand aber gewaltig, so dass man diese Steuer bald wieder abgeschafft hat.

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