Ohne Partei-Logo

Schmid macht OB-Werbung ohne CSU

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Schmid (hier mit Frau Natalie) stellte die Kampgane im Kino „Neues Rex“ vor

München - Wahlwerbung ohne Angaben zur eigenen Partei? Diesen Versuch wagt Josef Schmid. Kandidat für die CSU zum neuen Oberbürgermeister in München.

Jetzt hat auch die CSU die heiße Phase des OB-Wahlkampfs eingeläutet. Wobei: Dass die neuen Plakate von den Christsozialen kommen, erfährt man auf den Kleister-Kunstwerken nicht. Josef Schmid (44) startet seine OB-Werbung ohne CSU!

Auf dem Plakat ist nirgends das Partei-Logo der CSU zu sehen

Der Kandidat sagte das bei der Vorstellung lieber gleich selbst: „Sie sehen kein CSU-Logo.“ Das werde sich zwar mit dem nächsten Schwung Plakate ändern, dann aber nicht mit der herkömmlichen Parteienwerbung, sondern „überraschend“. Auch mit Programm und Fehlern der rot-grünen Stadtregierung werde man aufwarten – alles zu seiner Zeit. Die Plakate sind ganz bewusst gestaltet: Man wolle die Weihnachtsruhe respektieren, „Zurückhaltung“ und „Bescheidenheit“ auf den Plakaten demonstrieren. Keine schreienden Schriften, kein Poltern, kein Anbiedern – stattdessen als Botschaften Dank und Besinnung auf das sich neigende Jahr.

Alle 25 Stadtbezirke hat der CSU-Kandidat heuer bei seiner „Schmidsprechen“-Tour per VW-Bus-Oldie besucht. Bei seiner dritten Rundfahrt habe er wieder Sorgen der Bürger aufsaugen können, sagt Schmid. Die würden sich im Wahlprogramm „München-Plan“ wiederfinden. Oder seien bereits im Rathaus durchgesetzt – wie der Ersatz für den 50er Bus in Moosach und ein Zuschuss für die Jugendbibliothek im Schloss Blutenburg. Ein Film zur Tour steht auf seiner Internet-Seite.

Die CSU-lose Wahlwerbung hat wohl einen weiteren Hintergrund: Will Schmid OB werden, braucht er Stimmen aus allen Lagern. Zum Beispiel von den Grünen, die vor allem CSU-Bezirkschef Ludwig Spaenle jetzt ganz unverhohlen umwirbt, Neues zu probieren: „Wir blicken mit Spannung nach Hessen.“ Nach „Schmidsprechen“, starte nun „Schmidmachen“, 2014 folge „Schmidwählen“.

18.000 Plakate und Streit um  Frühstart

Auch SPD-Mann Dieter Reiter klebt schon in den Straßen. Ein Genosse aus Giesing hatte am Sonntag ein Kleister-Foto bei Facebook eingestellt – ein Tag vor der Drei-Monats-Frist zur OB-Wahl am 16. März. Die CSU ärgert sich über den Frühstart des „ein oder anderen“ Kandidaten, sagte Bezirkschef Ludwig Spaenle. „Wir haben uns peinlichst genau an die Fristen gehalten.“ Die SPD erklärt, ihre Plakat-Firma habe den Auftrag gehabt, ab Montag, 0 Uhr, zu kleistern. Was die Ortsvereine mit ihren Exemplaren machten, entziehe sich der Kontrolle. Laut KVR hat die SPD bisher 12.000 und die CSU 5.800 Plakate angemeldet.

David Costanzo

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