Grusel-Immobilie am Friedhof wird umgebaut

Ist das die gruseligste Immobilie der ganzen Stadt?

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Das Haus am Friedhof wurde 2016 verkauft.

Nett sieht es aus – das kleine Haus an der Muspillistraße in Oberföhring. Und bald wird auch jemand in die renovierten Räume im ersten Stock einziehen. Ängstlich darf der neue Mieter aber nicht sein – denn er wird über einem Leichenzimmer leben.

München - Das Gruselhaus von Oberföhring – jetzt steht fest: Ein Investor will drei Wohnungen über der Leichenhalle ausbauen. Die Immobilie hat er vor zwei Jahren von der Stadt für viel Geld ersteigert.

Das Gebäude steht direkt am Oberföhringer Friedhof. Ursprünglich war es mal das Gemeindehaus, in dem ein Leichenzimmer, eine Remise für Gerätschaften der Feuerwehr sowie Zimmer für Arme untergebracht waren. Im Mai 2016 bot die Stadt das Gebäude samt 470 Quadratmeter großem Grundstück zum Kauf an. Mit der Auflage, dass der Eigentümer dem städtischen Bestattungsamt zwei Zimmer im Erdgeschoss, zusammen rund 35 Quadratmeter, zur Aufbahrung für Bestattungen auf dem Friedhof unentgeltlich überlassen muss. Als Startpreis wurden 670 000 Euro festgelegt. Wer den Zuschlag bekam – und zu welchem Preis – , darüber herrscht Stillschweigen.

Im Erdgeschoss werden weiterhin Tote aufgebahrt.

700.000 Euro für die Rundumerneuerung

Nun hat jedenfalls der neue Eigentümer den entsprechenden Bauantrag für die Sanierung und den Ausbau zu drei kleinen Wohnungen eingereicht. Rund 700.000 Euro soll die Rundumerneuerung kosten. Dem Bezirksausschuss Bogenhausen stößt allerdings etwas immens auf: Das Grundstück wurde inzwischen nämlich wohl geteilt, jedenfalls tauchen auf den Plänen nun zwei Flurnummern auf. „Ich habe den Eindruck, dass in die Lücke noch mal gebaut werden soll“, erklärte der Vorsitzende des BA-Planungsausschusses, Robert Brannekämper (CSU). „Man erkennt die Absicht und ist verstimmt.“ Eine derartige Nachverdichtung im historischen Oberföhringer Ortskern sei durchaus problematisch. Auf jeden Fall will man das nun bei der Stadt hinterfragen.

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