Schandfleck für ganz Giesing

Dauerärgernis am McGraw-Graben

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Die ehemalige McGraw-Kaserne und der gleichnamige Graben sind ein Schandfleck für ganz Giesing.

München - Was lange währt, scheint manchmal einfach nie gut werden zu wollen: Am Mittwoch beschäftigte sich der Stadtrat mit dem Leerstand riesiger Flächen auf dem Gelände der ehemaligen McGraw-Kaserne in Giesing.

Dort stehen die ehemalige University of Maryland und zwei große Wohnblocks leer. Große Freiflächen liegen brach.

Schon 1990 gab es die ersten Stadtratsanträge, die sich mit der Zukunft des Geländes beschäftigten – passiert ist bislang kaum etwas. Das Gelände gehört dem Freistaat, der einen Teil der Polizei zur Nutzung übergeben hat, weitere kleine Teile nutzen die Staatsoper und das staatliche Bauamt. Zuletzt wurde auf den Brachflächen ein Flüchtlingslager eingerichtet.

Der Staat will 45 Hektar östlich des McGraw-Grabens mit Wohnungen bebauen, westlich davon sollen noch zusätzliche Dienstwohnungen für Polizisten entstehen. Wann das passieren soll, steht in den Sternen. „Man muss sich schämen“, so SPD-Stadtrat Christian Amlong über die Hängepartie. Immerhin beschlossen die Stadträte, nochmals eine Deckelung des McGraw-Grabens zu prüfen, die bereits abgelehnt worden war. OB Dieter Reiter prognostizierte sarkastisch: „In 20 Jahren unterhalten wir uns wieder.“

Dafür konnte der Stadtrat neuen Baugebieten den Weg bereiten: Im Truderinger Zentrum sollen 137 neue Wohnungen nördlich der Wasserburger Landstraße entstehen. Und auf dem früheren Telekomgelände in Aubing sind sogar über 400 Wohnungen geplant.

Außerdem beschloss der Stadtrat, dass in Laim ein neues Erhaltungssatzungsgebiet eingerichtet wird, dort sollen künftig 13 000 Menschen in 7500 Wohnungen vor Luxussanierungen geschützt werden.

J. Welte

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