Dramatische Szenen

Inferno von Obergiesing: Mann in Klinik gestorben

Brand Obergiesing
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Bei einem Brand in Obergiesing haben sich am Mittwochmittag furchtbare Szenen ereignet. Ein Bewohner wurde schwer verletzt.
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Bei einem Brand in Obergiesing haben sich am Mittwochmittag furchtbare Szenen ereignet. Ein Bewohner wurde schwer verletzt.

München - In Obergiesing haben sich am Mittwochmittag furchtbare Szenen ereignet: Ein hilfloser Mann stand brennend auf seinem Balkon. Die Feuerwehr musste ihn von unten mit einem Wasserschlauch kühlen.

Update: Wie die Polizei einen Tag nach dem Brand mitteilt, ist der 81-jährige Mann seinen Verletzungen erlegen.

Feuerwehr zu Wohnungsbrand in Obergiesing gerufen

Der Notruf geht um 12.17 Uhr bei der Münchner Feuerwehr ein: starke Rauchentwicklung in einem Wohnhaus. Als die Einsatzkräfte an die Sintpertstraße in Obergiesing ausrücken, wissen sie noch nicht, welch dramatische Szenen ihnen bevorstehen.

In der dritten Etage eines achtgeschossigen Wohnblocks hat sich ein 81-Jähriger auf seinen Balkon geschleppt. In seiner Wohnung brennt es. Eine Handvoll Feuerwehrmänner kämpft sich über eine Drehleiter zu ihm hoch. Als sie gerade oben sind, kommt es plötzlich zu einer Durchzündung – einem sogenannten Flashover. Geistesgegenwärtig schmeißt sich einer der Feuerwehrler zwischen die Flammen und den 81-Jährigen, will ihn schützen.

81-Jähriger erleidet schwere Brandverletzungen

Der Schutzanzug aus Nomex-Fasern hält Temperaturen bis 800 Grad stand, jedoch nur kurz. Die Feuerwand greift auf den Rentner über, er steht in Flammen. Vom Boden aus schicken die Einsatzkräfte einen Wasserstrahl nach oben, versuchen, den Mann zu löschen. Es gelingt, aber er hat bereits schwere Brandverletzungen. Ein Hubschrauber bringt ihn ins Schwerbrandverletzten-Zentrum nach Murnau.

„Es ist noch nicht klar, ob der Mann überleben wird“, sagt Feuerwehrsprecher Christian Kaiser und spricht von einem „sehr dramatischen Einsatz“. Auch weil außer dem Bewohner ein Kollege verletzt wurde. Der Feuerwehrler, der mit dem 81-Jährigen auf dem Balkon stand, liegt mit Verbrennungen an den Unterarmen im Krankenhaus. Er hat bei dem Einsatz sein Leben riskiert.

Die Rettungskräfte werden auf solche Situationen so gut wie möglich vorbereitet. Jedes Jahr absolvieren sie ein Training in einem Brandsimulations-Container. „Aber endgültig einstellen kann man sich auf so etwas nicht“, betont Kaiser.

120 Rettungskräfte im Einsatz

Das Feuer in der Wohnung des 81-Jährigen war vermutlich in der Küche ausgebrochen, auch wenn das noch nicht bestätigt ist. Auch die Brandursache ist noch unklar. Da die Wohnungstür offenstand, durchzog der Rauch das komplette Treppenhaus, wo durch die extreme Hitze der Putz von der Wand bröckelte. 120 Rettungskräfte waren an Ort und Stelle. 60 Wohnungen mussten die Retter per Axt aufbrechen, um sicherzugehen, dass sich keine Menschen mehr darin befinden. Die meisten Bewohner konnten sich jedoch zuvor aus eigener Kraft ins Freie retten. Zwei Anwohner erlitten Rauchgasvergiftungen.

Außer dem 81-Jährigen musste die Feuerwehr noch drei Bewohner über Drehleitern retten. Drei weitere führten sie mit Fluchthauben, die vor dem Rauchgas schützen, durch das Treppenhaus nach draußen. Darunter auch ein etwas drei Monate alter Säugling. Den Sachschaden kann die Feuerwehr noch nicht beziffern. Die Brandfahnder der Polizei haben die Ermittlungen zur Ursache aufgenommen.

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