„Wie in einem schlechten Film“

Ex-Lindenstraßen-Darstellerin im Prozess-Krieg gegen ihren Vermieter

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Claudia Pielmann beklagt erhebliche Mängel in ihrer Wohnung.

Claudia Pielmann, Ex-Lindenstraßen-Schauspielerin, hat ein Problem: Mit ihrem Vermieter. Der soll gar nicht existieren, fand sie detektivisch heraus. Seit Jahren beschäftigen die Rechtsstreitigkeiten die Gerichte.

München - Die Lindenstraße spielt in einem Münchner Mietshaus, in dem so einiges passiert: Beziehungszoff, Intrigen oder Nachbarschaftskrach. Die Münchnerin Claudia Pielmann (52) kennt diese TV-Kultserie bestens: In den ersten 46 Folgen war sie die Kindergärtnerin Elfie Kronmayr.

Seit ein paar Jahren fühlt sie sich aber auch im wahren Leben wie in einem Film. Einem sehr schlechten. Das Drehbuch: Vor neun Jahren zog Pielmann in eine Wohnung in Giesing an der St.-Bonifatius-Straße. Sie strich die Wände und verlegte einen neuen Boden. Doch schon bald entdeckte sie viele Mängel. Pielmann zählt auf: „Eine Balkontüre lässt sich nicht richtig schließen. Aus dem Sicherungskasten ist eine Stichflamme gekommen. Beim Balkon vorm Schlafzimmer fault der Holzboden. Bei Regen ergießt sich das Wasser aus der Rinne darüber schwallartig auf den Balkon.“ Auch in der Badewanne ist der Lack ab, die Wand darüber schimmelt, der Lüfter funktioniert nicht. Der Vermieter habe trotz Bitten die Mängel in der 64-Quadratmeter-Wohnung nie behoben. Stattdessen: eine Mieterhöhung vor zwei Jahren. „Mir wurde mitgeteilt, das Haus sei modernisiert, daher werde die Miete erhöht.“

Die Wand über der Badewanne schimmelt, trotzdem musste die Schauspielerin eine Mieterhöhung schlucken.

Das wollte die Mieterin nicht schlucken. Sie senkte stattdessen die Miete, zahlt monatlich 888 Euro. Daraufhin bekam sie eine Klage wegen angeblicher Mietrückstände. Der Prozess zog sich, bei der Mieterin stapeln sich seitdem die Unterlagen. Auch im Mieterverein, wo sie Mitglied ist, füllt der Vorgang Pielmann gegen ihren Vermieter inzwischen drei Ordner. Denn die Mieterin bekam noch eine zweite Klage – wegen Störung des Hausfriedens. Sie sollte die Wohnung räumen, da sie Türen knalle, laut und so streitbar sei, dass ein friedliches Zusammenleben unmöglich sei.

Das Haus an der St.-Bonifatius-Straße in Giesing.

Pielmann bestreitet das. Es sei eine andere Türe, die knalle. Sie habe ihre Wohnungstüre isoliert, sodass ihre Stimme nicht nach außen dringen könne. Sie werde verklagt, weil sie sich nichts gefallen lasse und detektivische Fähigkeiten habe. Denn Pielmann fand heraus: Der Vermieter, die Dr. Wagner Grundstücks GmbH & Co. KG aus München, existiert gar nicht. Weder im Handelsregister noch im Grundbuchamt. Höchst dubios, fand auch das Gericht. Und so verlor der Vermieter Ende Juli den Prozess vorm Mietgericht in München. Dort trat Tilo Ostermann als zuständiger Hausverwalter auf. Er erklärt: „Wir sind in Berufung gegangen und werden weiter gegen Frau Pielmann vorgehen.“ So wird sich also auch das Landgericht mit der verworrenen Geschichte befassen müssen. „Unglaublich“, findet Pielmann.

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