Friedrich K. (76) lag blutend am Straßenrand

Warum hat ihm so lange keiner geholfen?

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An dieser Stelle stürzte der Obergiesinger Friedrich K.

München - Nach einem Sturz lag Friedrich K. hilflos und blutend auf dem Gehweg. Obwohl dutzende Autofahrer den 76-Jährigen hätten sehen müssen, fuhren sie einfach vorbei.

Am Montagvormittag war Friedrich K. auf dem Gehweg der Naupliastraße über eine Bodenplatte gestolpert. „Ich knallte mit dem Kopf auf das Pflaster“, erzählt der ehemalige städtische Angestellte. Dabei erlitt er eine Platzwunde an der Augenbraue, prellte sich die Rippen und schürfte sich die Hände auf.

Unfassbar ist für den Rentner, was danach passierte: „Ich lag keine zwei Meter von der Straße entfernt. Ich habe weißes Haar, so dass das Blut gut sichtbar war“, schreibt Friedrich K. in einer Email an die tz. „An mir fuhren mindestens 50 Autos vorbei, die Insassen müssen mich gesehen haben. Ich habe noch mit einem Arm gewunken. Aber niemand hielt es für nötig, anzuhalten“.

Erst nach ein paar Minuten hielt ein großer Lkw am Rand der vierspurigen Naupliastraße. Zwei Männer stiegen aus, sahen sofort, dass Friedrich K. verletzt war und sich nicht bewegen konnte. „Die großartigen Männer kümmerten sich sofort menschlich um mich“, schreibt der 76-Jährige weiter. „Einer nahm meinen Kopf auf seine Knie und wischte mir immer wieder das Blut ab. Er wärmte auch meine Hände, die kalt waren. Der Andere rief sofort einen Notarztwagen, der auch sehr schnell da“.

Ganz gerührt erzählt der Rentner dann: „Als ich sie nach ihren Adressen fragte, um mich später bedanken zu können, sagten sie, dass sei eine Selbstverständlichkeit“. Im Krankenhaus wurde die Platzwunde mit drei Stichen genäht, gegen die schmerzhafte Rippenprellung helfen nur starke Medikamente. „Ich möchte auf diesem Wege den beiden Helfern für ihre Menschlichkeit danken. Die anderen, die einfach vorbeigefahren sind, sollten sich schämen!“

JAM

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