Heilig-Kreuz-Kirche

Dreister Dieb klaute aus Opferstock - doch er übersah etwas

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In der Heilig-Kreuz-Kirche trieb der dreiste Dieb sein Unwesen.

München - In der öffentlichen Wahrnehmung geht dieses Delikt meist unter. Der Diebstahl aus dem Opferstock – nur eine kleine Verfehlung. Oder doch nicht? In der Heilig-Kreuz-Kirche ist ein dreister Dieb nun aufgeflogen.

Wie fühlt sich das an für all jene oft nicht sonderlich betuchten Gläubigen, die in freundlichster Absicht ein paar Münzen oder sogar einen Schein spenden? Jeder eben soviel er kann. Zum Dank für eine erhörte Bitte. Für die sozialen Projekte der Kirchengemeinde. Oder auch nur als Buße für eine Missetat. Dass sich Diebe mit Leimruten oder Schraubenziehern gewaltsam über Gottes kleine Banken hermachen, ist zumindest moralisch gesehen eine richtig miese Nummer.

Thomas Wimbert vor dem geplünderten Opferstock in der Heilig-Kreuz-Kirche.

Zuletzt wieder geschehen in der ältesten Pfarrkirche Giesings, der herrlich sanierten Heilig-Kreuz-Kirche am Giesinger Berg. „Seit Mitte Juli häuften sich in unserer Kirche die Diebstähle aus dem Opferstock“, berichtet Thomas Wimbert, Verwaltungsleiter des Pfarrverbandes Obergiesing. Beobachtet wurde ein älterer Mann mit ausgeprägter Nase und spärlichem Haarkranz, der eine Kleinigkeit übersehen hatte: Nämlich den Kommissar im Auftrag des Herrn – die Überwachungskamera genau über seinem Kopf! „Auf dem Film sah man, wie blitzschnell er ans Werk ging. Es war nur eine Sache von Sekunden“, staunte Wimbert. Polizisten legten sich auf die Lauer. Am Samstag erkannten sie den Dieb – einen arbeitslosen Polen (65) – wieder und nahmen ihn fest. Da hatte er schon wieder einen Schraubenzieher in der Hand.

Das zuständige Kommissariat 52 registriert jährlich rund 20 bis 30 angezeigte Fälle. Die Dunkelziffer muss aber riesig sein. Fast immer sind die Täter Osteuropäer, viele gehören zur Bettler-Szene. Die Polizei begrüßt ausdrücklich Überwachungskameras – wohl die einzige Waffe gegen Kirchendiebe.

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