Beliebter Schauspieler aus „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ist tot

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Schockierende Aufnahmen

Hungert sich der Giesinger-Stalker-Mörder selbst zu Tode?

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Eingefallene Wangen, glasiger Blick: Roland B. ist im Hungerstreik. Er fühlt sich von der Justiz ungerecht behandelt.

Der Mörder Roland B. (46) verweigert seit Wochen jegliche Nahrung. In der Strafvollzugsanstalt sorgt dieser Umstand für Sorge. Nun werden verschiedene Maßnahmen in Betracht gezogen, um ihn vor sich selbst zu schützen.

Schon beim Urteil am 2. November sah der Mörder Roland B. dramatisch dünn aus, konnte kaum noch alleine gehen. Während des dreimonatigen Prozesses hatte er jede Nahrung verweigert. Er magerte immer weiter ab. Zum Schluss waren seine Wangen stark eingefallen. Die Gefängnis-Kleidung hing nur noch schlaff an seinem Körper. Im Prozess konnte sich B. kaum mehr als eine Stunde konzentrieren. Immer wieder gewährte Richter Michael Höhne dem Mörder kurze Verhandlungspausen, in denen B. aber nur Wasser trank. B. sah sich durch die Mordanklage ungerecht behandelt und trat deshalb in den Hungerstreik. Nach Informationen unserer Zeitung hat er am 17. August zuletzt richtig gegessen.

Seit dem Mord-Urteil sitzt Roland B. in der JVA Stadelheim hinter Gitter. Isst er weiterhin nichts, kann das lebensgefährlich werden. Die Bayerische Justiz muss ihn zur Not zwangsernähren. „Im Fall des Hungerstreiks ist der Gefangene vom Arzt in Anwesenheit von Zeugen über die Notwendigkeit der ärztlichen Maßnahmen und die Möglichkeit einer zwangsweisen Behandlung sowie die gesundheitlichen Folgen einer Nichtbehandlung zu belehren“, sagt Gefängnis-Chef Michael Stumpf. Schon die Fürsorgepflicht der JVA rechtfertigt in solchen Fällen die Zwangsernährung. Will der Häftling die Justiz mit seinem Hungerstreik gar erpressen, gilt es offiziell als Sicherungsaufgabe, einen Suizid zu verhindern.

B. hatte im August 2016 seine Ex-Freundin Tsin-Ieh L. mit 18 Messerstichen getötet, weil sie sich von ihm getrennt hatte. Sieben Jahre Stalking hatte sie ertragen – doch weder Polizei noch Justiz konnten sie letztlich schützen. B. muss nun lebenslang in Haft. Ein Psychiater beschrieb ihn als narzisstisch, zwanghaft und übernachhaltig. Wenn er sich in etwas verbohre, lasse er nicht mehr davon ab. Wie beim Stalking, wie beim Mord – und jetzt beim Hungerstreik?

Einen solchen Fall hat es in Stadelheim zuletzt im Mai 2010 gegeben: Auch Bence T., der als Mörder der Millionärin Charlotte Böhringer verurteilt worden war, verweigerte wochenlang die Nahrung.

Laut Stumpf muss bei der Entscheidung, ob Zwang angewendet wird, zwischen dem erklärten Willen des Gefangenen zum Hungerstreik und den daraus resultierenden Folgen unterschieden werden. Teilweise beziehe die JVA auch Seelsorger, Psychologen oder Angehörige mit ein, „um positiv auf den Gefangenen einzuwirken“. Wenn sich dessen Zustand dramatisch verschlechtert, kann auch eine Verlegung in ein Krankenhaus (mit Bewachung) angeordnet werden.

So weit ist es bei B. noch nicht. Sein Verfall ist dennoch schockierend: Sah der Architekt auf dem Fahndungsfoto von 2016 noch topfit aus, glich er im Prozess einem Gespenst. Von Stadelheim wird er demnächst langfristig in die JVA Straubing verlegt.

Die wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Giesing – mein Viertel“.

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