Weihnachtspäckchen

McGraw-Kaserne: Willkommensgruß für Flüchtlinge

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Brachten Geschenke: Sabine Paul (v.l.), Melly Kieweg, Michaela Hug-Szajer, tz-Fotograf Michael Westermann und Ingeborg Herd.

München - In der McGraw-Kaserne werden ab Heiligabend 300 Flüchtlinge untergebracht – in brandneuen Containern. Seit Wochen verpackt Michaela Hug-Szajer Weihnachtspäckchen.

Spielsachen für die Kleinen da rein, frische Kleidung für die Erwachsenen dort hinein. Dutzende sind es geworden. „Wir wollen ja, dass die Flüchtlinge sich an Heiligabend bei uns willkommen fühlen“, sagt die Giesingerin mit einem Lächeln. Mit „bei uns“ meint sie in der McGraw-Kaserne. Dort werden ab Heiligabend 300 Flüchtlinge untergebracht – in brandneuen Containern.

Es ist ein wunderbarer Willkommensgruß, den die Frauen und Männer der Bürgerinitiative „Mehr Platz zum Leben“ auf die Beine gestellt haben. Gestern wurden die vielen Geschenke schon in einem der Container verstaut. Heute Abend wird’s was geben…

Drei Wohn-Container stehen nun auf dem Gelände der McGraw-Kaserne.

„Wir haben auf dem Gelände der McGraw-Kaserne drei Unterkunfts-Container und einen für die Verwaltung aufgebaut“, so Stefanie Weber von der Regierung von Oberbayern am Dienstag zur tz. „Diese Einrichtung wird Teil der Aufnahmestation für neu ankommende Flüchtlinge“ erklärt sie weiter. Heißt: Nachdem die Asylbewerber nun in der Bayernkaserne registriert und ärztlich untersucht wurden, kommen sie vorerst hierher. „In dieser Unterkunft wohnen sie dann maximal drei Monate, um später auf andere Einrichtungen verteilt zu werden.“

Die neuen Zimmer sind klein, aber sauber und warm. Auf jedem Stockwerk gibt es ein Gemeinschaftsbad.

Am Dienstag durften sich Anwohner generell ein Bild von der neuen Aufnahmeeinrichtung machen– die Tore waren für jedermann geöffnet. Schon vormittags um 10 Uhr schlenderten rund 300 Neugierige durch die Wasch- und Schlafräume, besichtigten die Küche. Der Tenor war meist der selbe: „Sehr eng ist es hier, da wird es schwer sich auf Dauer wohlzufühlen.“ Zum anderen fragten sich viele: Warum wurden nicht die riesigen Gebäude der McGraw-Kaserne für die Flüchtlinge hergerichtet? „Die sind teils baufällig, außerdem wurde bei der Wandfarbe von den Amerikaner auch das giftige DDT hinzugefügt“, erklärt Stefanie Weber. Also: Dort kann niemand mehr wohnen.

In den Containern wird es heute sicher die ersten Freudenrufe und leuchtenden Augen geben. Spätesten dann, wenn die Kinder aus Syrien, Eritrea und Somalia die Geschenke sehen. Frohe Weihnacht!

Armin Geier

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