Protestaktion zum vierten Jahrestag

Uhrmacherhäusl-Abriss vor vier Jahren: Demonstranten setzten Denkmal für den Denkmalschutz - „So gehd’s ned!“

Das Geräusch des Abrissbaggers hämmert in den Ohren. Es soll sich so anfühlen wie vor vier Jahren, als hier am 1. September in der Giesinger Oberen Grasstraße das Uhrmacherhäusl aus Profitgier platt gemacht wurde.

Am Freitagabend bei der Protestaktion zum Jahrestag erinnern abgespielte Töne an den illegalen Abriss. Nicht nur das ehemalige Arbeiterhäusl* war dabei Thema – auch weitere gefährdete oder gerettete denkmalgeschützte Objekte in München* und Umgebung.

München: Protestaktion erinnert an Abriss des Uhrmacherhäusl vor vier Jahren

Der Derzbachhof in Fürstenried, die Alte Akademie in der Neuhauser Straße, der Eggarten in Feldmoching, die Agnesstraße 48 in Schwabing und der Kakteen-Kaiser in Nymphenburg – das sind fünf von insgesamt vierzehn Objekten, die der Veranstalter Heimat Giesing auf Plakaten mit Kurzbeschreibungen und Fotos vorgestellt hat. Das Schicksal des Uhrmacherhäusls* soll mahnen: Dass so etwas nicht mehr passiert!

Wo seit vier Jahren eine Baulücke klafft ...

Höhepunkt der mittlerweile 50. Mahnwache war die Enthüllung eines „Denkmals für den Denkmalschutz“: Es besteht aus einem Ziegelstein des ehemaligen Uhrmacherhäusls, der von einem Metallgestell beschützt wird. Die Zeremonie lief nach dem Drehbuch des Münchner Filmemachers Klaus Bichlmeier ab. Drei Herren trugen das Denkmal unter feierlicher Musikbegleitung vor das Grundstück. Die Frackträger enthüllten unter Trommelwirbel das Denkmal. Ein Herr verlas Passagen aus dem Denkmalschutzgesetz.

... platzierte die „Heimat Giesing“ ...

Teilnehmer der Veranstaltung skandierten: „So gehd’s ned!“

Die Teilnehmer der Veranstaltung skandierten immer wieder „So gehd’s ned!“ – nach dem Titel des Dokumentarfilms So gehd’s ned! von Klaus Bichlmeier, der den illegalen Abriss sowie die Aktivitäten von Heimat Giesing dokumentiert.

... ein Denkmal.

„Dieses Denkmal ist bei dem seit Jahren üblichen Vorgehen der Behörden längst überfällig“, sagt Klaus Müller, Sprecher von „Heimat Giesing“. „Wir fordern, dass dem Denkmalschutz wieder Vorrang vor den Interessen der Investoren eingeräumt wird.“ NINA BAUTZ *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Klaus Haag

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