Umwelthilfe gewinnt Prozess um Diesel-Fahrverbot in Stuttgart

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Giesingerin von ihrem Mann erstochen

Protokoll eines Mordes mit Ansage

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Bestatter bringen die ermordete Sampre B. aus dem Haus in Giesing. Zu diesem Zeitpunkt hat sich der Täter, ich Noch-Ehemann, bereits der Polizei gestellt.

München - Dieser Mord war vorherzusehen! Trotz eines gerichtlichen Kontaktverbots verfolgte der Grieche Taifoun A. seine von ihm getrennt lebende Ehefrau Sampre B., terrorisierte sie, bedrohte sie. Am 14. Oktober 2013 schritt der Stalker zur Tat. Eine Chronologie.

Dieser Mord war monatelang vorherzusehen! Trotz eines gerichtlichen Kontaktverbots hat der Grieche Taifoun A. (33) seine von ihm getrennt lebende Ehefrau Sampre B. (29) verfolgt, sie terrorisiert, mit dem Tod bedroht. Am 14. Oktober 2013 schritt der Stalker zur Tat.

Mordopfer Sampre B.

Er rammte der Mutter von zwei Kindern vor ihrer Giesinger Wohnung ein Messer in den Rücken. Haben hier Polizei und Staatsanwaltschaft versagt? SPD-Landtagsabgeordneter Florian von Brunn stellte der Staatsregierung viele Fragen. Die Antwort von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ist ein Protokoll des Schreckens.

Schon 2011 und 2012 misshandelt Taifoun A. seine Frau. Der Staatsanwaltschaft sind aber die Hände gebunden, weil Sampre B. später die Aussage verweigert. Wurde sie unter Druck gesetzt?

7. und 9. Juni 2013: Sampre B. zeigt ihren Mann wegen häuslicher Gewalt an.

11. Juni: Das Opfer wendet sich an die Einrichtung „Frauen helfen Frauen“.

Am 12. Juni  erlässt das Amtsgericht ein Kontaktverbot. Der Gewalttäter muss die Wohnung verlassen.

20. Juni: Die Polizei lädt den Täter zu einer „Gefährder-Ansprache“ vor – erfolglos. In den Wochen darauf verstößt Taifoun A. mehrfach gegen die gerichtlichen Auflagen.

30. September: Der Täter folgt dem Opfer vom U-Bahnhof Goetheplatz zu ihrer Wohnung. Er droht der Frau, sie werde für die Anzeige noch büßen.

1. Oktober: Ein unbekannter Anrufer warnt die Frau, das „etwas Schlimmes“ passieren werde. Die Polizei ergreift besondere Schutzmaßnahmen.

7. Oktober: Die Bewachung wird wieder aufgehoben.

9. Oktober: Taifoun A. droht in Facebook indirekt mit Mord. Die Polizei bittet die Staatsanwaltschaft um Prüfung der Haftfrage. Die Behörde lehnt ab. Grund: Das Tatbestandsmerkmal der „schwerwiegenden Beeinträchtigung der Lebensgestaltung“ sei nicht erfüllt.

14. Oktober: Taifoun A. ersticht seine Noch-Ehefrau.

Von Brunn kritisiert: „Meiner Ansicht hätte die Polizei die Schutzmaßnahmen nach der erneuten Bedrohung auf Facebook wieder aufnehmen und den Ehemann in Gewahrsam nehmen müssen. Wofür ist der Polizeigewahrsam denn da? In anderen Fällen gibt es da keine so große Zurückhaltung!“

So schützen Sie sich

Über 19 000 Fälle von häuslicher Gewalt wurden der Polizei in Bayern gemeldet, davon 3500 in München. 1801 Fälle von Nachstellung (Stalking) kamen zur Anzeige. Wie können die Opfer sich schützen? Zunächst muss dem Täter unmissverständlich klar gemacht werden, dass Schluss ist. Experten warnen dringend vor einer „letzten Aussprache“ – die Gefahr einer Gewalttat ist riesig! Das Amtsgericht kann ein Kontaktverbot erlassen. Im Fall eines Verstoßes sollte das Opfer sofort die Polizei rufen. Diese hat die Möglichkeit, den Täter für einige Zeit in Gewahrsam zu nehmen. Alles dokumentieren, jeden Anruf, jede Mail, jede SMS. Eine einmal erstattete Strafanzeige sollte aufrecht erhalten bleiben. Jeden Rückzieher werten Täter als Sieg. Für misshandelte Frauen gibt es in München den Frauennotruf: 76 37 37. Mehr Infos im Internet unter www.frauennotrufmuenchen.de

E. Unfried

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